Italien, Deutschland

Nolte fÀhrt im MÀnner-Schlitten zu Bob-Gold vor Buckwitz

21.02.2026 - 21:53:42 | dpa.de

Laura Nolte gewinnt doch noch ihr Olympia-Gold 2026. Um Rivalin Kaillie Armbruster Humphries im Zweierbob zu besiegen, braucht es gute Nerven an den Lenkseilen - und eine Nachtschicht der Mechaniker.

  • Strahlendes SiegerlĂ€cheln: Laura Nolte (r) und Deborah Levi. - Foto: Robert Michael/dpa
    Strahlendes SiegerlÀcheln: Laura Nolte (r) und Deborah Levi. - Foto: Robert Michael/dpa
  • Laura Nolte (Pilotin) und Anschieberin Deborah Levi (Deutschland) legten im ersten Lauf gleich Start- und Bahnrekord hin.  - Foto: Robert Michael/dpa
    Laura Nolte (Pilotin) und Anschieberin Deborah Levi (Deutschland) legten im ersten Lauf gleich Start- und Bahnrekord hin. - Foto: Robert Michael/dpa
  • Der FES-Schlitten bei den Frauen wurde komplett mit MĂ€nner-Material ausgestattet.  - Foto: Robert Michael/dpa
    Der FES-Schlitten bei den Frauen wurde komplett mit MĂ€nner-Material ausgestattet. - Foto: Robert Michael/dpa
  • Verteidigungsminister Boris Pistorius sah sich an der Bahn Laura Noltes Rennen an. - Foto: Robert Michael/dpa
    Verteidigungsminister Boris Pistorius sah sich an der Bahn Laura Noltes Rennen an. - Foto: Robert Michael/dpa
  • Nach der Gold-Fahrt: Laura Nolte (l) und Deborah Levi. - Foto: Robert Michael/dpa
    Nach der Gold-Fahrt: Laura Nolte (l) und Deborah Levi. - Foto: Robert Michael/dpa
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Der Gold-Fahrt folgte das Bad in der Menge: Bob-Pilotin Laura Nolte hat ihre Nerven diesmal im Griff behalten und ist mit Deborah Levi erneut in den Olymp gerast. Vier Jahre nach dem Überraschungssieg in Peking blieb das Erfolgsduo eiskalt und schaffte im extra umgebauten MĂ€nner-Bob den zweiten Olympiasieg im Zweierbob. Im Zielraum wurden die Monobob-Zweite und ihre Anschieberin dafĂŒr von den Fans gefeiert, sie hĂŒpften und kreischten vor unbĂ€ndiger Freude.

«Das war das Ziel. Im Monobob war anfangs das Ziel eine Medaille. Wenn man vorne liegt, will man auch Gold haben - hat nicht geklappt. Aber ich wusste, im Zweier mit Debbie habe ich die Startleistung, die ich brauche. Das ist unsere Paradedisziplin», sagte Nolte in der ARD.

Lisa Buckwitz fuhr mit Neele Schuten zu Silber und holte nach ihrem Sensations-Gold 2018 als Anschieberin von Mariama Jamanka erstmals eine Olympia-Medaille als Pilotin. Dritte wurde die dreimalige Olympiasiegerin Kaillie Armbruster Humphries aus den USA, die mit Jasmine Jones fuhr. 

Kalicki als Vierte «unglaublich zufrieden»

Ex-Weltmeisterin Kim Kalicki kam mit Talea Prepens auf den undankbaren vierten Rang. Auf Bronze fehlten 0,15 Sekunden. Besonders bitter: Schon in Peking vor vier Jahren musste sie sich mit Anschieberin Buckwitz als Vierte die Holzmedaille abholen. «Wir haben unser Bestes gegeben und mehr kann man nicht machen», sagte Kalicki. Wegen mentaler Probleme im Vorfeld sei nicht einmal sicher gewesen, ob sie in Cortina dabei sein kann. «Nach meinem letzten Dreivierteljahr bin ich unglaublich zufrieden und es ist einfach ein Triumph fĂŒr mich, dass ich hier stehe», sagte sie. Sie wolle mehr auf ihre Psyche achten und das in den Griff bekommen. Offen ist, ob die 28-JĂ€hrige ihre Karriere fortsetzt.

Nolte und Levi legten mit Startnummer eins schon zum Auftakt gleich einen Start- und Bahnrekord hin. Doch optimal lief die Fahrt nicht. «Ich hatte den BĂŒgel zum Einklappen nicht schnell genug getroffen und war nicht schnell genug an den Lenkseilen. So habe ich die Kurve eins und die folgenden Kurven ein bisschen verhauen», sagte Nolte. So konterte die 40 Jahre alte Armbruster Humphries prompt mit Bahnrekord.

Im Monobob wurde Nolte noch abgefangen

Im zweiten Lauf lief es besser. So ging Nolte mit 0,18 Sekunden auf Buckwitz in den Finaltag. Auch im dritten Lauf wackelte sie nicht, fuhr erneut Bestzeit und baute die FĂŒhrung aus. Die routinierte Armbruster Humphries hatte Probleme beim Einstieg und kam somit spĂ€t an die Lenkseile, was etwas Zeit kostete. So lag sie vor dem Finallauf 0,54 Sekunden auf Nolte zurĂŒck.

Vorsicht war geboten. Denn im Monobob hatte Nolte nach drei von vier LĂ€ufen auch gefĂŒhrt und dann Gold um vier Hundertstel gegen Elana Meyers Taylor aus den USA noch verloren.

 

Zuspruch von Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius 

Das sollte diesmal nicht passieren. Die Sportsoldatinnen Nolte und Buckwitz bekamen viel Zuspruch von Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD), der trotz der angespannten Weltlage am Freitag an der Eisbahn war. «Es ist sehr spannend und großartig, dass drei deutsche Bobs vorne liegen. Ein Großteil der Medaillen wird ja von Bundeswehr-Soldaten und -Soldatinnen geholt. Da gehört es sich doch, dass man da auch vorbeischaut», sagte Pistorius, der live miterlebte, wie sich Nolte und Buckwitz im zweiten Lauf an Armbruster Humphries vorbeischoben.

 

Nachtschicht fĂŒr die Mechaniker

Auch dank der Extra-Arbeit bei den Mechanikern. Nach den MĂ€nner-Rennen im Zweierbob war klar, dass auch das US-Material von Ausnahmepilotin Armbruster Humphries exzellent laufen wird. Also musste auch das letzte Hundertstel aus den deutschen Schlitten herausgeholt werden. FES-Projektleiter Bob, Enrico Zinn, ordnete nach RĂŒcksprache mit den deutschen Pilotinnen eine Nachtschicht an, schraubte stundenlang an den Schlitten herum und tauschte nach dpa-Informationen die Frauen-Bobs im Set-up mit den MĂ€nner-Schlitten der «211»-Serie um - mit Erfolg. 

OnlyFans sponsert Buckwitz zur Olympia-Medaille

Lisa Buckwitz kann ihre Olympia-Medaille nun auch als neuen Social-Media-Content zeigen. Denn an ihrem Erfolg hatte auch ihr Sponsor OnlyFans Anteil. Immerhin unterstĂŒtzte die Erotik-Plattform die Bobpilotin mit einer Extra-Summe fĂŒr Trainingslager, Reisen und Material. «FĂŒr mich ist es ein Sponsor, der mir neben der Bundeswehr den Sport ermöglicht. Also was ganz Normales», sagte Buckwitz. 

Das Sexuelle sei «natĂŒrlich ein Thema», doch auch wenn sie sich mitunter freizĂŒgig mal im Sport-BH, mal im Bikini oder im knallengen geöffneten Bobanzug prĂ€sentiert, komplett nackt zeigt sie sich nicht. Fans zahlen dafĂŒr 24,99 US-Dollar pro Monat und erwarten eine gewisse NĂ€he zur Sportlerin. «Eine Belastung ist es nicht, eher was Positives», sagte die 31-JĂ€hrige.

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