Europa, EZB

EZB verlÀngert Zinspause: Leitzinsen bleiben unverÀndert

18.12.2025 - 14:18:10

Mit einer Serie von Senkungen hat die EZB den fĂŒr Banken und Sparer wichtigen Einlagenzins halbiert. Seit Monaten ist dieser nun stabil - dabei bleibt es zunĂ€chst auch. Was das fĂŒr Sparer bedeutet.

  • HĂ€lt die Notenbank seit Monaten auf unverĂ€ndertem Kurs: EZB-PrĂ€sidentin Christine Lagarde. (Archivbild) - Foto: Arne Dedert/dpa

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  • Die EuropĂ€ische Zentralbank (EZB) bleibt in Sachen Zinsen in Lauerstellung. (Archivbild) - Foto: Boris Roessler/dpa

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  • Lagarde. EZB sieht sich mit derzeitigem Zinsniveau «gut aufgestellt». - Foto: Boris Roessler/dpa

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  • Je höher die Inflation, umso geringer die Kaufkraft der Menschen. (Symbolbild) - Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

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HÀlt die Notenbank seit Monaten auf unverÀndertem Kurs: EZB-PrÀsidentin Christine Lagarde. (Archivbild) - Foto: Arne Dedert/dpaDie EuropÀische Zentralbank (EZB) bleibt in Sachen Zinsen in Lauerstellung. (Archivbild) - Foto: Boris Roessler/dpaLagarde. EZB sieht sich mit derzeitigem Zinsniveau «gut aufgestellt». - Foto: Boris Roessler/dpaJe höher die Inflation, umso geringer die Kaufkraft der Menschen. (Symbolbild) - Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

Der Euroraum geht mit vergleichsweise niedrigen Leitzinsen in das mit Konjunkturhoffnungen verbundene Jahr 2026. Zum vierten Mal in Folge tastet die EuropĂ€ische Zentralbank (EZB) die Zinsen nicht an, der fĂŒr Sparer und Banken relevante Einlagenzins bleibt bei 2,0 Prozent.

Mit dem Schritt verlĂ€ngert die Notenbank angesichts unsicherer Zeiten und einer eingedĂ€mmten Inflation ihre Zinspause. Bereits bei den geldpolitischen Sitzungen im Juli, September und Oktober ließ die EZB die Leitzinsen unverĂ€ndert. Zuvor hatte es eine Serie von Senkungen gegeben: Noch im FrĂŒhjahr 2024 lag der Einlagenzins, den Banken erhalten, wenn sie Geld bei der Notenbank parken, doppelt so hoch bei 4,0 Prozent.

Viele Volkswirte sehen die Talsohle der Zinssenkungen im Euroraum erreicht, der zum 1. Januar 2026 Bulgarien als 21. Mitglied aufnimmt. Niedrige Leitzinsen sind tendenziell gut fĂŒr die Konjunktur: Kredite werden erschwinglicher, Firmen und Privatleute kommen gĂŒnstiger an Finanzierungen fĂŒr Anschaffungen oder Investitionen und können so fĂŒr Wirtschaftswachstum sorgen. 

Sparer erhalten jedoch weniger Zinsen fĂŒr Tages- und Festgeld, da Banken niedrigere Einlagenzinsen fĂŒr geparkte Gelder weiterreichen. Mit den aktuellen Tages- und Festgeldzinsen können Anleger in der Regel nicht die Inflation ausgleichen, die zuletzt bei 2,3 Prozent in Deutschland lag. 

Ökonomen erwarten vorerst keine Zinssenkungen mehr

«Die EZB kann zufrieden sein: Die Inflation ist wieder gezĂ€hmt, die Leitzinsen sind wieder da, wo sie Wirtschaft und HĂ€uslebauer nicht bremsen», sagt Dekabank-Chefvolkswirt Ulrich Kater. «So könnte es das ganze nĂ€chste Jahr ĂŒber bleiben, denn die GrĂŒnde fĂŒr weitere Zinssenkungen wie fĂŒr Zinserhöhungen halten sich ziemlich genau die Waage.»

Zugleich hob die EZB ihre Prognose fĂŒr das Wirtschaftswachstum im Euroraum an. Die Notenbank erwartet fĂŒr 2026 ein Plus von 1,2 Prozent sowie jeweils 1,4 Prozent Wachstum in den Jahren 2027 und 2028. Die Wirtschaft im WĂ€hrungsraum zeigt sich trotz höherer US-Zölle robuster als erwartet. Zudem erwarten viele Ökonomen ein Anziehen der deutschen Wirtschaft 2026, was sich positiv auf die Eurozone auswirkt. FĂŒr das laufende Jahr rechnet die EZB mit 1,4 Prozent Wachstum, das ist ebenfalls mehr als bisher prognostiziert.

Wirtschaft wÀchst, Inflation im Zaum

«Es gibt momentan einfach keinen Anlass, die Zinsen zu verĂ€ndern», meint auch Michael Heise, Chefvolkswirt bei Vermögensverwalter HQ Trust. Die Wirtschaft im Euroraum wachse leicht und die Inflation sei stabil nahe des EZB-Ziels. Das dĂŒrfte auch 2026 so bleiben. 

Nach SchĂ€tzung der EZB wird die Inflation im Euroraum 2025 mit 2,1 Prozent noch leicht ĂŒber dem mittelfristigen Ziel der Notenbank bleiben. Im kommenden Jahr könnte die Teuerung mit 1,9 Prozent etwas darunter fallen.

Die EZB strebt fĂŒr den Euroraum mittelfristig eine jĂ€hrliche Inflationsrate von 2,0 Prozent an - weit genug entfernt von der Nullmarke. Dauerhaft niedrige Preise gelten als Risiko fĂŒr die Konjunktur: Unternehmen und Verbraucher könnten Investitionen aufschieben in der Erwartung, dass es bald noch billiger wird. Auch wenn Preise zu stark steigen, ist das Gift fĂŒr die Wirtschaft. Dann verlieren Verbraucher Kaufkraft. Das schmĂ€lert den Konsum als wichtige StĂŒtze der Konjunktur. Im November lag die Inflationsrate im Euroraum bei 2,1 Prozent. 

Geht es mit den Zinsen eher wieder nach oben?

EZB-PrÀsidentin Christine Lagarde betonte in Frankfurt erneut, die Notenbank sei mit dem derzeitigen Zinsniveau «gut aufgestellt», um durch die Unsicherheit zu steuern. Das gilt als Hinweis, dass die Leitzinsen im Euroraum vorerst stabil bleiben.

EZB-Direktoriumsmitglied Isabel Schnabel sagte jĂŒngst in einem Interview, sie gehe davon aus, dass die Leitzinsen im Euroraum «noch einige Zeit» auf dem aktuellen Niveau bleiben werden. Sie sei «durchaus einverstanden» mit der Marktsicht, «dass der nĂ€chste Zinsschritt eine Anhebung sein wird, wenn auch nicht in naher Zukunft».

@ dpa.de