Kretschmer: Minderheitsregierung keine Option in Sachsen
05.09.2024 - 20:06:00Sachsens amtierender MinisterprĂ€sident Michael Kretschmer (CDU) will trotz schwieriger Koalitionsverhandlungen keine Minderheitsregierung. «Eine Minderheitsregierung setzt sehr viel Entgegenkommen voraus», sagte Kretschmer «Leipziger Volkszeitung» und «SĂ€chsischer Zeitung». «Warum sollte eine Fraktion jemanden zum MinisterprĂ€sidenten wĂ€hlen, mit dem sie nicht koaliert, aber mit dem sie eine Koalition schlieĂen könnte?»Â
Auf die Frage, ob es dabei bleibe, dass er keine Minderheitsregierung wolle, antwortete Kretschmer: «Ja. Viele finden eine Minderheitsregierung spannend, ich weiĂ.» In ThĂŒringen habe die CDU 2020 Bodo Ramelow gewĂ€hlt, um einen AfD-MinisterprĂ€sidenten zu verhindern. In Sachsen sei die Lage ganz anders. «Wenn hier die Regierungsbildung bis Anfang Februar scheitert, wird es eine Neuwahl des Landtags geben.»
Kretschmer warnte im GesprĂ€ch mit den beiden Zeitungen mögliche GesprĂ€chspartner davor, zu viele Vorbedingungen zu machen. «Wir kommen doch nicht weiter, wenn jetzt jeder Partner Vorfestlegungen und rote Linien kommuniziert», sagte der CDU-MinisterprĂ€sident. Im CDU-Landesvorstand sei man sich einig gewesen, BSW, SPD und GrĂŒnen GesprĂ€che anzubieten.Â
Bei der Landtagswahl am Sonntag war die sĂ€chsische Union mit 31,9 Prozent der Stimmen knapp vor der AfD (30,6 Prozent) gelandet. Da Kretschmer eine Zusammenarbeit mit der AfD und den Linken kategorisch ausschlieĂt, bleibt der Union nur ein BĂŒndnis mit dem BSW (11,8 Prozent) und der SPD (7,3 Prozent) beziehungsweise mit BSW und GrĂŒnen (5,1 Prozent).


