Rund 20 Unionsabgeordnete stellen sich gegen SteuerplÀne
Veröffentlicht am: 10.09.2026 um 00:00 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSIn der CDU/CSU-Bundestagsfraktion wĂ€chst der Widerstand gegen die SteuerplĂ€ne der Bundesregierung. Rund 20 Abgeordnete von CDU und CSU wollen den PlĂ€nen nach einem Bericht der âBildâ nicht zustimmen.
AG Landwirtschaft gegen Zuckersteuer
In der Sitzung der Arbeitsgruppe Landwirtschaft der Unionsfraktion sprachen sich am Dienstag alle zwölf Mitglieder gegen die EinfĂŒhrung einer Zuckersteuer aus. Die Kritik stĂŒtzt sich unter anderem auf den Hinweis, im Koalitionsvertrag seien Steuererhöhungen ausgeschlossen worden.
Dem Bericht zufolge bemĂ€ngelten Teilnehmer, dass eine Zuckersteuer ĂŒber den Koalitionsvertrag hinausgehe und in der Bevölkerung nur schwer vermittelbar sei. Die Arbeitsgruppe sprach sich daher geschlossen gegen das Vorhaben aus.
Finanzpolitiker fordern vollen Abbau der kalten Progression
In der Arbeitsgruppe Finanzen der Fraktion stieĂen die PlĂ€ne der Bundesregierung zum Abbau der kalten Progression ebenfalls auf Widerstand. Zahlreiche Mitglieder lehnen es ab, die kalte Progression im kommenden Jahr nur teilweise auszugleichen, und verlangen einen vollstĂ€ndigen Abbau.
Der CSU-Bundestagsabgeordnete und Finanzpolitiker Florian Dorn bezeichnete die bisherigen PlĂ€ne zur Reform der Einkommensteuer laut âBildâ als âpeinlich und zu mickrigâ. CDU-Finanzpolitiker Olav Gutting soll in der Sitzung gesagt haben: âIch mach` das nicht mehr mit.â Die Zeitung beruft sich dabei auf Angaben von Teilnehmern.
Haushaltspolitiker kritisieren Umfang der SteuerplÀne
Auch Haushaltspolitiker der Unionsfraktion Ă€uĂerten sich skeptisch zu den SteuerplĂ€nen. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Andreas Mattfeldt warf Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) vor, trotz steigender Steuereinnahmen immer nur nach neuen Einnahmequellen zu suchen.
Mattfeldt kritisierte laut Bericht insbesondere die geplante Zuckersteuer, die auch GetrĂ€nke mit SĂŒĂungsmitteln betreffen sollte. Eine solche Regelung sei den Menschen nicht zu erklĂ€ren, sagte er und sprach von âQuatschâ. Die Unionsabgeordneten sehen die VorschlĂ€ge der Bundesregierung insgesamt als nicht ausreichend an und signalisieren geschlossene Ablehnung in zentralen Fachgremien der Fraktion.
Die Kritik aus der CDU/CSU-Bundestagsfraktion an den SteuerplĂ€nen der Bundesregierung fĂ€llt in eine Phase, in der die Steuer- und Haushaltspolitik stark umstritten ist. Die Debatte um eine mögliche Zuckersteuer und den Abbau der kalten Progression berĂŒhrt zentrale Fragen der Verteilung von Steuerlast und staatlicher Gesundheitsvorsorge.
Eine Zuckersteuer wird seit Jahren als Instrument diskutiert, um den Konsum stark gezuckerter Lebensmittel und GetrÀnke zu senken und langfristig Gesundheitskosten zu reduzieren. Gegner einer solchen Abgabe argumentieren jedoch, sie sei eine verkappte Steuererhöhung und belaste insbesondere Menschen mit niedrigerem Einkommen, ohne ausreichend nachweisbaren Nutzen. Die Unionsabgeordneten greifen diesen Punkt auf, wenn sie auf den Ausschluss von Steuererhöhungen im Koalitionsvertrag verweisen und die Konstruktion einer Zuckersteuer als schwer vermittelbar kritisieren.
Konfliktlinien in der Steuerpolitik
Beim Thema kalte Progression geht es darum, dass Lohnerhöhungen, die lediglich die Inflation ausgleichen, Steuerzahler in höhere Progressionsstufen drĂŒcken und damit faktisch zu Mehrbelastungen fĂŒhren. Ein nur teilweiser Ausgleich gilt vielen Finanzpolitikern als verdeckte Steuererhöhung. Die Forderung eines vollstĂ€ndigen Abbaus knĂŒpft an Forderungen an, die in der Steuerdebatte seit Jahren eine Rolle spielen und steuerliche Entlastungen fĂŒr breite Bevölkerungsschichten in Aussicht stellen.
Politische Bedeutung fĂŒr die Opposition
Die demonstrative Ablehnung in mehreren Arbeitsgruppen der Unionsfraktion ist auch als Versuch zu verstehen, das Profil der Opposition zu schĂ€rfen. Die Union positioniert sich als Gegenmodell zu einer Steuerpolitik, die zusĂ€tzliche Einnahmequellen erschlieĂt, und setzt auf das Thema Entlastung der BĂŒrger. Ob sich diese Linie in konkreten GesetzesĂ€nderungen niederschlĂ€gt, hĂ€ngt jedoch von weiteren Verhandlungen und dem KrĂ€fteverhĂ€ltnis im Bundestag ab.
