SpÀte Erlösung mit Eigentor: Frankreichs Minimalisten weiter
01.07.2024 - 20:26:46DĂŒsseldorf (dpa) â Didier Deschamps fiel seinen Spielern ĂŒberglĂŒcklich um den Hals und reckte die Jubel-Faust zum Publikum. Die Erleichterung war riesig bei Frankreichs Nationaltrainer und seinem Starensemble um Maskenmann Kylian MbappĂ©. Die Belgier, fĂŒr die ein groĂes Turnier wieder mal frĂŒhzeitig endete, mussten getröstet werden.
Mit der nĂ€chsten Ausgabe ihres Minimalisten-FuĂballs zitterten sich die Franzosen bei der EM ins Viertelfinale. Der zweimalige Europameister gewann das ĂŒber weite Strecken enttĂ€uschende Achtelfinale in DĂŒsseldorf am Montag mit 1:0 (0:0) gegen die von Domenico Tedesco trainierten Belgier. Die Entscheidung fiel durch ein Eigentor von Jan Vertonghen, der einen Schuss von Ex-Bundesliga-Profi Randal Kolo Muani in der 85. Minute abfĂ€lschte.
«Es hat geklappt», sagte Deschamps. «Wir hatten mehr Chancen und haben uns belohnt. Wir sind jetzt einen Schritt weiter und werden das genieĂen. So kann es weitergehen.» Der Trainer habe ihm gesagt, dass er etwas «Frische reinbringen» und seine «Geschwindigkeit ausspielen» solle, erklĂ€rte Kolo Muani. «Das habe ich versucht. Und ich glaube, ich habe dem Team auch neuen Schwung verliehen.»
NĂ€chster DĂ€mpfer fĂŒr Belgien nach WM-Aus
Trotz bislang nur drei Toren und noch keinem eigenen Treffer aus dem Spiel heraus bei dieser EM blieben die Franzosen damit seit dem 0:1 bei der WM 2014 gegen Deutschland bei Turnierspielen in regulĂ€rer Spielzeit unbesiegt. FĂŒr die Ăquipe Tricolore, die bereits zum fĂŒnften Mal und damit hĂ€ufiger als jedes andere Team bei einer EM von einem Eigentor profitierte, geht es nun am Freitag im Viertelfinale in Hamburg weiter. Dann muss sie jedoch auf Mittelfeldspieler Adrien Rabiot von Juventus Turin verzichten, der seine zweite Gelbe Karte im Turnier sah.
Belgien muss dagegen auch unter dem deutschen Trainer Tedesco vorzeitig die Heimreise antreten. Der ewige Geheimfavorit um Superstar Kevin De Bruyne war bei der WM 2022 sogar bereits in der Vorrunde gescheitert. «Am Ende hat ein Dreckstor entschieden, deshalb sind wir sehr frustriert», sagte der frĂŒhere Bundesliga-Torwart Koen Casteels.
«Wir hatten einen Plan. Wir haben schon auch gut gespielt», sagte De Bruyne. «Schade, dass wir so ein Tor bekommen haben.» Der Wille sei da gewesen. NatĂŒrlich sei man enttĂ€uscht.
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Vermeintliches Top-Duell lange Zeit ein Langweiler
Das mit Spannung erwartete vermeintliche Top-Duell entpuppte sich schnell als Langweiler. Beide Teams setzten ihre ĂŒberwiegend uninspirierten und enttĂ€uschenden Leistungen aus der Vorrunde nahtlos fort. Frankreich machte einmal mehr viel zu wenig aus den technischen FĂ€higkeiten im Kader und spielte mit zu wenig Tempo.
Topstar MbappĂ©, der sich zwei Wochen zuvor an selber Stelle beim 1:0 gegen Ăsterreich die Nase gebrochen hatte, blieb extrem unauffĂ€llig. Der kĂŒnftige Angreifer von Real Madrid hatte sich zuvor ĂŒber eine groĂe BeeintrĂ€chtigung durch seine Schutzmaske beschwert. «Es ist furchtbar, mit einer Maske zu spielen», hatte Frankreichs KapitĂ€n gemotzt. «Man sieht nicht so gut, man schwitzt darunter - dann muss man den SchweiĂ rauslassen.» TatsĂ€chlich ging vom 25-JĂ€hrigen kaum Gefahr aus. Der StĂŒrmerstar stand mehr, als dass er sich am Angriffsspiel beteiligte.
Thuram vergibt beste Chance vor der Pause
Bei den Belgiern fehlte es an der nötigen PrĂ€zision im Angriff, zudem wurde das zu groĂe LeistungsgefĂ€lle im Team einmal mehr offensichtlich. Immer wieder lieĂ sich KapitĂ€n und Starspieler Kevin De Bruyne sehr weit zurĂŒckfallen, um den Spielaufbau anzukurbeln. So bĂŒĂte der Offensivspieler von Manchester City aber viel von seiner Torgefahr ein.
Die beste Chance hatten die Franzosen erst nach gut 34 Minuten, als der frĂŒhere Gladbacher Marcus Thuram einen Kopfball knapp neben das Tor setzte. Bis dahin hatte Belgien etwas gefĂ€hrlicher gewirkt. Insgesamt blieb das Spiel vor der Pause auf beiden Seiten aber viel zu statisch und ereignisarm.
Warum beide Teams in der Vorrunde jeweils nur zwei Tore zustande brachten, wurde einmal mehr klar. Wie oft beide Angriffsreihen trotz teils freier Schussbahn nicht einmal das Tor trafen, war erschreckend.
De Bruyne scheitert - Kolo Muani trifft mit GlĂŒck
Auch nach dem Seitenwechsel setzte sich das teils unwĂŒrdige Spiel fort. Immer dann, wenn es schnell werden musste, wurde auf beiden Seiten das Tempo verschleppt und die Stars fanden ĂŒberhaupt nicht in ihr Spiel. Auch der frĂŒhere BundesligastĂŒrmer Thuram blieb einmal mehr unter seinen Möglichkeiten. Der Angreifer von Inter Mailand musste nach rund einer Stunde vom Feld und wurde durch den frĂŒheren Frankfurter Kolo Muani ersetzt.Â
In der 83. Minute scheiterte De Bruyne mit einem wuchtigen Schuss an Frankreichs Keeper Mike Maignan. Auf der Gegenseite erlöste Kolo Muani die Franzosen von Trainer Didier Deschamps. Verteidiger Vertonghen fÀlschte seinen Schuss unhaltbar ab.











