Bundestag: Eine Milliarde Euro im Jahr fĂŒr Lobbyarbeit
31.03.2025 - 13:45:19Das geht aus einem Bericht der Stelle hervor, die das Lobbyregister des Bundestages fĂŒhrt. Darin werden fĂŒr 2024 finanzielle Aufwendungen unter anderem fĂŒr Personal, Sachkosten und ReprĂ€sentanz in Höhe von mehr als 910 Millionen Euro aufgelistet. Der Gesamtbetrag dĂŒrfte allerdings laut Bericht etwas höher sein, da einige Interessenvertreter wie etwa Arbeitgeberorganisationen, Gewerkschaften und Religionsgemeinschaften von der Eintragungspflicht das Register des Bundestages ausgenommen sind.
Regeln wurden 2024 verschÀrft
Das Lobbyregister wird seit 2022 auf der Internetseite des Deutschen Bundestages gefĂŒhrt. Es soll sichtbar machen, wer Einfluss auf politische Entscheidungen und die Gesetzgebung nimmt. Mit einer GesetzesĂ€nderung, die am 1. MĂ€rz 2024 in Kraft trat, wurden die Pflichten zur Angabe von LobbytĂ€tigkeit erweitert. Beispielsweise werden seither auch Kontakte zu Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Abgeordneten sowie zu Referatsleitern in Bundesministerien erfasst.
Mit welchen Abgeordneten ein Lobbyist konkret gesprochen hat, muss aber nicht aufgelistet werden. Um einen möglichen "DrehtĂŒreffekt" offenzulegen, werden seit der Reform Mitgliedschaften, Ămter und Funktionen im Bundestag, in der Bundesregierung oder der Bundesverwaltung fĂŒr namentlich benannte Lobbyisten fĂŒr die zurĂŒckliegenden fĂŒnf Jahre abgefragt.
Viele möchten Einfluss auf Entscheidungen zur Wirtschaft nehmen
"Wirtschaft" ist der Interessenbereich, der laut Register das am hÀufigsten benannte Ziel von Lobbyarbeit ist. Auf Platz zwei der Interessenbereiche lag zuletzt "Umwelt", gefolgt von "Wissenschaft, Forschung und Technologie" und "Europapolitik und EuropÀische Union".

