Gedenkstunde im Bundestag zum Kriegsende vor 80 Jahren
08.05.2025 - 04:53:38VollstĂ€ndige militĂ€rische Niederlage, Zusammenbruch, Befreiung von der nationalsozialistischen Diktatur, Neuanfang â fĂŒr dies alles steht der 8. Mai 1945. Und zumindest im Westteil Deutschlands bedeutete dieser Tag den Start in eine demokratische Zukunft. Der Bundestag kommt 80 Jahre spĂ€ter zu einer Gedenkstunde zusammen, um diesen historischen Einschnitt zu wĂŒrdigen.
Steinmeier will ĂŒber Lehren aus dem 8. Mai fĂŒr heutige Zeit redenÂ
Die zentrale Rede wird BundesprĂ€sident Frank-Walter Steinmeier halten. Welche Lehren sind aus dem 8. Mai fĂŒr heute zu ziehen? Das wird nach Angaben des BundesprĂ€sidialamts eine zentrale Frage sein, auf die Steinmeier eine Antwort geben will. BundestagsprĂ€sidentin Julia Klöckner will zum Auftakt ebenfalls sprechen.
Steinmeier wird den Angaben zufolge in diesem Zusammenhang auf den Ukraine-Krieg und die Geschichtsmanipulation durch den russischen PrÀsidenten Wladimir Putin eingehen. Ansprechen will er auch den Druck auf die internationale Rechtsordnung nicht zuletzt durch die US-Regierung von PrÀsident Donald Trump und das Erstarken von rechtem Extremismus und Nationalismus in vielen westlichen Demokratien.
Steinmeier wolle an die BĂŒrgerinnen und BĂŒrger appellieren, sich davon nicht verunsichern zu lassen, erlĂ€uterte das BundesprĂ€sidialamt. Vielmehr solle man an den fĂŒr richtig erkannten Prinzipien der liberalen Demokratie im Inneren und der internationalen Staatengemeinschaft im ĂuĂeren festhalten. Eine weitere Botschaft soll sein: Es dĂŒrfe keinen Schlussstrich geben. «Unsere Geschichte ist ein kostbarer Erfahrungsschatz. Auf diese Erfahrung dĂŒrfen wir vertrauen», schreibt Steinmeier auf seiner Internetseite.
Botschafter von Russland und Belarus nicht eingeladen
Zu der Veranstaltung im Plenarsaal des Bundestags sind auch die in Deutschland vertretenen Diplomaten eingeladen, nicht aber die Botschafter von Russland und Belarus. Sie sind wegen des russischen Angriffskriegs in der Ukraine unerwĂŒnscht, obwohl die Sowjetunion im Zweiten Weltkrieg mit Abstand die meisten Opfer zĂ€hlte.
Kapitulationsurkunde zweimal unterzeichnet
Der von Hitler-Deutschland entfesselte Zweite Weltkrieg forderte nach unterschiedlichen SchĂ€tzungen weltweit zwischen 50 und ĂŒber 60 Millionen Todesopfer, die Mehrheit davon Zivilisten. Besonders schwer traf es die Sowjetunion mit rund 27 Millionen Toten. Deutschland verlor etwa 6,3 Millionen Menschen, darunter viele Soldaten.
Der Krieg endete in Europa mit der bedingungslosen Kapitulation der deutschen Wehrmacht, die am 8. Mai 1945 in Kraft trat. Zuvor hatten britische und amerikanische Truppen vom Westen her und sowjetische Soldaten aus dem Osten in verlustreichen KÀmpfen weite Teile Deutschlands besetzt. In den Reihen der Roten Armee kÀmpften auch viele Ukrainer.
Die Kapitulationsurkunde wurde zweimal unterzeichnet â einmal im französischen Reims und dann nochmals im sowjetischen Hauptquartier in Berlin-Karlshorst. Da war es in Moskau schon nach Mitternacht, weshalb Russland den 9. Mai als Tag der Kapitulation ansieht.
80. Jahrestag ist einmaliger Feiertag in Berlin
Im Land Berlin ist der 80. Jahrestag einmalig ein Feiertag. Aus Sicht der Linken sollte daraus ein bundesweiter gesetzlicher Feiertag werden, um dem Gedenken an das Ende der Nazi-Diktatur und des Zweiten Weltkriegs in Europa mehr Raum zu geben. «In vielen LĂ€ndern wird der Tag der Befreiung bereits gefeiert», heiĂt es in einer ErklĂ€rung der Partei- und Fraktionsspitze der Linken. «Neben dem Tag der Einheit auch einen bundesweiten Feiertag im Zeichen der Freiheit einzufĂŒhren, hĂ€tte dabei Symbolwirkung ĂŒber unsere Grenzen hinaus.»Â
SiegermÀchte feiern mit MilitÀrparaden
Der Sieg ĂŒber das nationalsozialistische Deutschland wird auch in den HauptstĂ€dten der SiegermĂ€chte gefeiert. Die gröĂte MilitĂ€rparade findet in Moskau statt â aber erst am morgigen Freitag. In London gab es am Montag bereits eine kleinere Parade.
Nur in Washington gibt es keine FeierplĂ€ne. DafĂŒr will US-PrĂ€sident Donald Trump das Datum kĂŒnftig als «Tag des Sieges im Zweiten Weltkrieg» feiern â bislang war der 8. Mai in den USA als V-E Day (Victory in Europe) bekannt.







