Röwekamp: Europa muss militÀrisch unabhÀngiger werden
18.06.2026 - 12:19:40 | dts-nachrichtenagentur.de
Vor dem Hintergrund des geplanten Abzugs von US-MilitĂ€reinheiten aus Europa fordert der CDU-Verteidigungspolitiker Thomas Röwekamp eine stĂ€rkere militĂ€rische Zusammenarbeit der europĂ€ischen Nato-Staaten.Dem TV-Sender "Welt" sagte der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses am Donnerstag: "Wir mĂŒssen dafĂŒr sorgen, dass durch den Abzug militĂ€rischer FĂ€higkeiten keine LĂŒcke entsteht, sondern dass wir in Europa bereit und in der Lage sind, die FĂ€higkeiten zu ersetzen."Deutschland habe sich klar zu diesem Beitrag bekannt und werde das auch umsetzen können, betonte Röwekamp.
MilitÀr - Bundeswehr-Soldaten (Archiv) 18.06.2026 - Bild: via dts Nachrichtenagentur
"Klar ist aber auch, wir werden in Europa auch unter den Nationen selber stĂ€rker zusammenarbeiten mĂŒssen. Wir haben ein gescheitertes gemeinsames Beschaffungsprojekt mit Frankreich, aber das ist kein Beispiel fĂŒr europĂ€ische Zusammenarbeit. Es gibt viele andere Dinge, die wir gemeinsam in Europa als Antwort geben. Nehmen Sie beispielsweise die Zusammenarbeit mit den Norwegern bei einem neuen U-Boot, in der Zusammenarbeit bei dem kĂŒnftigen Luftabwehrsystem, die gute und wirkungsvolle Zusammenarbeit mit der Ukraine. Also es gibt viele Formen der Zusammenarbeit. Es ist nicht eine Frage von FĂ€higkeiten, die wir in Europa nicht haben. Es ist nur eine Frage von politischem Willen."
Als Konsequenz aus dem gescheiterten gemeinsamen FCAS-Kampfjet-Projekt mit Frankreich zieht Röwekamp, dass solche militĂ€rischen Beschaffungen nicht als Industrieprojekte gesehen werden dĂŒrfen. "Es geht jetzt nicht darum, Industriepakete zu verteilen. Welches Land bekommt welche Fertigungsdichte und welches Land hat die technologische FĂŒhrerschaft? Als Vorsitzender des Verteidigungsausschusses ist es mir wichtig, dass wir die militĂ€rische FĂ€higkeit bekommen. Und dann kommt es nicht in erster Linie darauf an, wo es produziert wird, sondern wann und wie schnell. Und ich glaube, diese neue PrioritĂ€t auch in Europa unter den MitgliedslĂ€ndern der Nato zu vereinbaren und mit unseren weiteren Partnern in Europa zu vereinbaren, wird das ganz Entscheidende sein", so Röwekamp.