Vielfalt ist unser Gewinn! - Die Polizeidirektion Göttingen zeigt Flagge zum Internationalen Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transphobie (IDAHOBIT) am 17. Mai
17.05.2024 - 10:23:56Ursprung des IDAHOBIT
Der internationale Aktionstag IDAHOBIT wird seit 2005 jĂ€hrlich am 17. Mai begangen und macht auf Diskriminierung und Gewalt gegen LSBTI-Personen aufmerksam. Am IDAHOBIT wird daran erinnert, dass HomosexualitĂ€t am 17.05.1990 aus dem DiagnoseschlĂŒssel ICD-10 der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gestrichen wurde und seitdem offiziell nicht mehr als Krankheit gilt. Bis zum 11. Juni 1994 galt HomosexualitĂ€t von MĂ€nnern auch in Deutschland noch als strafbar. Seit 19 Jahren demonstrieren Menschen am 17. Mai inzwischen weltweit gegen Diskriminierung und fĂŒr Akzeptanz.
Laut dem Lesben- und Schwulenverband werden lesbische, schwule, bisexuelle, trans- und intergeschlechtliche Menschen (LSBTI) in 66 Staaten noch immer strafrechtlich verfolgt, in zwölf LĂ€ndern sogar mit der Todesstrafe bedroht. Erst vergangenes Jahr hat etwa Uganda die Kriminalisierung fĂŒr queere Menschen massiv verschĂ€rft und die Todesstrafe eingefĂŒhrt. Auch an der UnterdrĂŒckung von LSBTIQ-Personen sind vielerorts noch staatliche Behörden beteiligt, versagen ihnen jeglichen Schutz vor Anfeindungen und Gewalt.
Polizei mit klarer Botschaft
Ein Regenbogen hat sich vielerorts als Zeichen der Vielfalt eingeprĂ€gt. Daher weht die Flagge der Vielfalt heute erneut am DienstgebĂ€ude der Polizeidirektion und -Inspektion Göttingen an der Groner LandstraĂe sowie an allen InspektionsgebĂ€uden in den StĂ€dten Nienburg, Hameln, Hildesheim und Northeim. Sie steht fĂŒr Akzeptanz, Toleranz und setzt ein klareres Zeichen gegen Diskriminierung, Ausgrenzung, Hass und Hetze.
Vor dem DienstgebĂ€ude in Göttingen hisste PolizeivizeprĂ€sident Mathias Schröder gemeinsam mit dem stellvertretenden Inspektionsleiter und Leiter des Zentralen Kriminaldienstes der Polizeiinspektion (PI) Göttingen, Oliver Tschirner, dem Leiter des Einsatz- und Streifendienstes I der PI Göttingen Andreas Momberg, sowie den beiden Ansprechpersonen fĂŒr lesbische, schwule, bisexuelle, trans- und intergeschlechtliche sowie queere Menschen (LSBTIQ) der PD Göttingen, Polizeikommissarin Christin Milius und Polizeioberkommissar Tim Rinne.
"In der PD Göttingen ist die Zahl der Taten, die der HasskriminalitĂ€t zuzuordnen sind, im Vergleich zum Vorjahr um 28 Prozent von 146 auf 187 Taten gestiegen. Hierzu zĂ€hlen auch die Straftaten, die Menschen aufgrund ihrer geschlechtlichen IdentitĂ€t erfahren mussten. Unsere BefĂŒrchtung hat sich damit leider bewahrheitet. Wir sagen aber ganz klar: Das ist nicht hinnehmbar", erklĂ€rt VizeprĂ€sident Mathias Schröder und sendet zugleich eine deutliche Botschaft: "Der Anstieg verdeutlicht aber auch: Die Betroffenen vertrauen sich uns an. Damit das so bleibt, positionieren wir uns weiterhin klar: Wir nehmen jeden Hinweis ernst. Hass und Ausgrenzung hat in unserer Gesellschaft keinen Platz! Wir gehen entschieden dagegen vor und stehen aktiv fĂŒr die Toleranz, Akzeptanz und WertschĂ€tzung aller Menschen ein. Denn wir haben schon lange erkannt: Vielfalt ist unser Gewinn!"
"Die Polizeiinspektion Göttingen steht entschlossen und konsequent fĂŒr einen fairen Umgang aller Menschen miteinander ein. Es gehört zu unseren Kernaufgaben, die Grundrechte eines jeden Menschen zu wahren. Hierzu zĂ€hlt selbstverstĂ€ndlich auch das Grundrecht auf sexuelle Selbstbestimmung. Gewalt oder Diskriminierung von LSBTIQ-Personen ist deshalb fĂŒr uns völlig inakzeptabel und fordert unser entschlossenes Entgegentreten, egal ob in den eigenen Reihen oder auĂerhalb. Als Zeichen von Respekt und SolidaritĂ€t leben wir von der Vielfalt und Teilhabe aller Menschen, sie ist ein kostbares Geschenk und ein elementarer Bestandteil einer lebendigen und funktionierenden Demokratie," ergĂ€nzt der stellvertretende Inspektionsleiter der PI Göttingen Oliver Tschirner.
Seit mehreren Jahren wird weltweit mit unterschiedlichsten Aktionen ein deutliches Zeichen gegen Gewalt, Diskriminierung und Ausgrenzung von Menschen aufgrund ihrer geschlechtlichen IdentitĂ€t gesetzt. Welchen Stellenwert die BekĂ€mpfung dieses PhĂ€nomens hat, zeigt sich nicht zuletzt an der Einrichtung einer "Zentralen Meldestelle fĂŒr HasskriminalitĂ€t im Internet" (ZMI) beim Bundeskriminalamt (BKA), einer "Zentralstelle zur BekĂ€mpfung von HasskriminalitĂ€t im Internet" beim Landeskriminalamt Niedersachsen sowie bei der Staatsanwaltschaft Göttingen. Sie zeigen, wie umfassend bei der BekĂ€mpfung der HasskriminalitĂ€t agiert wird.
Bereits im Dezember 2021 hat die PD Göttingen auĂerdem die Charta der Vielfalt unterzeichnet und sich verpflichtet, die Anerkennung, WertschĂ€tzung und Einbeziehung von Diversity in der Arbeitswelt noch stĂ€rker voranzubringen.
Ansprechpersonen fĂŒr Mitarbeitende, BĂŒrgerinnen und BĂŒrger
Weiterhin verfĂŒgen alle Polizeibehörden in Niedersachsen ĂŒber Ansprechpersonen fĂŒr Menschen mit LSBTIQ-Hintergrund und stehen im engen Austausch mit dem NiedersĂ€chsisches Ministerium fĂŒr Inneres und Sport, um allen Fragestellungen zu der Thematik adĂ€quat begegnen zu können.
"Das Vertrauen der Community ist elementarer Grundstein fĂŒr eine effektive BekĂ€mpfung von HasskriminalitĂ€t. Das wir uns hier heute wieder gemeinsam zu diesem Anlass eingefunden haben, soll offen zeigen, wie wichtig uns eine vertrauensvolle Basis ist. Eine Basis von Akzeptanz und Toleranz", erklĂ€ren Christin Milius und Tim Rinne.
Beide beraten und begleiten Mitarbeitende bei Problemen, Konflikten oder Krisen, sensibilisieren und klĂ€ren auf und stehen dabei nicht nur Angehörigen der eigenen Organisation zur Seite. Auch BĂŒrgerinnen und BĂŒrger können sich jederzeit mit ihren Anliegen an die beiden Ansprechpersonen wenden und erreichen sie unter: [email protected]
RĂŒckfragen bitte an:
Polizeidirektion Göttingen
Andrea Kempin
Telefon: 0551/491-1031
E-Mail: [email protected]
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