Prien, Bundestag

Prien wirbt im Bundestag fĂŒr mehr Geld fĂŒr Missbrauchsopfer

25.06.2025 - 00:00:00

Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) wirbt im Bundestag fĂŒr zusĂ€tzliche Haushaltsmittel zur UnterstĂŒtzung von Kindesmissbrauchsopfern.

"Damit Betroffene sexuellen Kindesmissbrauchs die notwendige UnterstĂŒtzung bekommen, braucht es ausreichend finanzielle Mittel", sagte sie der "Rheinischen Post" (Mittwoch). "Ohne zusĂ€tzliche Mittel in den kommenden Haushaltsjahren werden wir keine spĂŒrbaren Verbesserungen fĂŒr die Betroffenen erreichen." "Ich werbe deshalb mit Nachdruck bei den Abgeordneten des Deutschen Bundestages um UnterstĂŒtzung und werde in den nĂ€chsten Wochen gezielt das GesprĂ€ch mit der UnabhĂ€ngigen Beauftragten Kerstin Claus und dem Betroffenenrat suchen." Sie sagte: "Jetzt geht es darum, gemeinsam eine tragfĂ€hige Lösung fĂŒr diejenigen zu finden, die dringend Anerkennung und UnterstĂŒtzung brauchen." Hintergrund ist ein Antragsstopp beim sogenannten ErgĂ€nzenden Hilfesystem (EHS), ĂŒber das Betroffene von sexuellem Missbrauch in ihrer Kindheit oder Jugend Geld fĂŒr Therapie, Beratung oder medizinische Leistungen erhalten.

Der Antragsstopp gilt rĂŒckwirkend zum 19. MĂ€rz dieses Jahres, weil die im aktuellen Regierungsentwurf vorgesehenen Haushaltsmittel dafĂŒr nicht mehr reichen. Prien sagte: "Auch wenn es schwerfĂ€llt und schmerzhaft ist: Das System in seiner bisherigen Form kann nicht weitergefĂŒhrt werden. Der Bundesrechnungshof hat hier eine klare Grenze gezogen. Jetzt ist der Moment, Verantwortung zu ĂŒbernehmen und neue, rechtssichere Wege zu schaffen, die auch langfristig verlĂ€sslich helfen und den Bedarfen von Betroffenen ausreichend Rechnung tragen." Der Bundesrechnungshof hatte eine große FinanzierungslĂŒcke beanstandet und von dem zustĂ€ndigen Bundesministerium die Abwicklung verlangt. Als Ziel nannte die CDU-Politikerin, "eine Neuaufstellung des Systems zum 01.01.2026 zu erreichen". Aber: "Ein tragfĂ€higes und rechtssicheres System, das den tatsĂ€chlichen Bedarfen der Betroffenen gerecht wird, lĂ€sst sich nicht von heute auf morgen schaffen. Die Herausforderungen sind groß, und einfache oder schnelle Antworten wird es leider nicht geben." Nach Ministeriumsangaben haben bislang 35.578 Betroffene einen Antrag gestellt, rund 165,2 Millionen Euro wurden ausgezahlt.

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