Justiz, Gewalt

K.-o.-Tropfen: Richterbund hĂ€lt hĂ€rtere Strafen fĂŒr unzureichend

31.12.2025 - 00:00:00

Dem Deutschen Richterbund (DRB) geht die vom Bundesjustizministerium geplante hÀrtere Bestrafung des Einsatzes von K.-o.-Tropfen nicht weit genug.

Man unterstĂŒtze zwar die kĂŒnftig vorgesehene Freiheitsstrafe von mindestens fĂŒnf Jahren fĂŒr TĂ€ter, die BetĂ€ubungsmittel fĂŒr Vergewaltigung oder Raub nutzten, sagte DRB-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Sven Rebehn dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland" (Mittwochausgaben). Der Richterbund fordere aber weitergehende Schritte, da sich der Schutz vor Sexual- und Gewaltdelikten allein durch StrafverschĂ€rfung kaum verbessern lasse. So mĂŒssten die BundeslĂ€nder die Strafverfolgungsbehörden besser ausstatten. "Es ist nicht das gesetzliche Strafmaß, das auch heute schon bis zu 15 Jahren Freiheitsstrafe zulĂ€sst, sondern das Risiko, ĂŒberfĂŒhrt und verurteilt zu werden, das mögliche StraftĂ€ter abschreckt", sagte Rebehn.

Die oftmals unterbesetzten Staatsanwaltschaften seien aber heute kaum noch in der Lage, Sexualstrafverfahren zĂŒgig zu bearbeiten. "Je mehr Zeit aber zwischen der Straftat und der spĂ€teren Vernehmung im Strafprozess vergeht, desto schwieriger wird die Wahrheitsfindung. Zudem ist es fĂŒr die Betroffenen extrem belastend, wenn sich die Verfahren gegen ihre Peiniger ĂŒber Monate und Jahre hinziehen." Vergewaltigungen und Raubstraftaten unter Einsatz narkotisierender Substanzen seien "besonders perfide und gefĂ€hrlich", sagte Rebehn. "SchĂ€rfere Strafgesetze bleiben Symbolpolitik, solange die BundeslĂ€nder nicht mitziehen und ihre Strafjustiz nicht deutlich besser ausstatten." Bundesweit stapelten sich bei den Staatsanwaltschaften inzwischen zahlreiche unerledigte Strafakten, erklĂ€rte der BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer des Richterbunds. "Immer öfter werden Verfahren vorzeitig eingestellt, nur noch jeder 16. Fall fĂŒhrt zu einer Anklage vor Gericht."

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