Israel, Justiz

Deutsche Politiker verurteilen Israels Beschluss zur Todesstrafe

31.03.2026 - 18:59:57 | dts-nachrichtenagentur.de

Deutsche Politiker haben die Entscheidung des israelischen Parlaments zur Einführung der Todesstrafe, die in Israel und den besetzten Gebieten unterschiedlich strikt ausfällt, scharf kritisiert."Die Entscheidung der Knesset empfinde ich als inakzeptabel", sagte SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf dem "Tagesspiegel" (Mittwochausgabe).

Israelische Fahne in einem Kibbuz (Archiv) - Foto: via dts Nachrichtenagentur
Die Todesstrafe habe in einem zivilisierten Rechtsstaat keinen Platz. Wer die Menschenwürde und den Rechtsstaat verteidigen wolle, dürfe die Todesstrafe nicht als Mittel akzeptieren - auch nicht gegenüber Terroristen.

"Diese Entwicklung widerspricht klar fundamentalen Prinzipien der Menschlichkeit, demokratischer Rechtsstaatlichkeit und internationalem Recht", sagte der außenpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Adis Ahmetovic, der Zeitung. Besonders problematisch sei die diskriminierende gezielte Ausweitung gegen Palästinenser.

"Die Todesstrafe ist eine unmenschliche und erniedrigende Art der Bestrafung ohne jegliche abschreckende Wirkung", sagte der außenpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Jürgen Hardt (CDU), dem "Tagesspiegel". Die Todesstrafe werde Israel nicht sicherer machen.

Hardt ergänzte, die Ausweitung der Todesstrafe erfülle ihn wegen der konkreten Ausgestaltung mit tiefer Besorgnis. "Der faktisch diskriminierende Charakter des Gesetzentwurfs wird die internationalen Vorwürfe gegen Israels Behandlung der Palästinenser verstärken", sagte der CDU-Politiker.

Auch aus der Opposition kam scharfe Kritik. "Die rechtsextreme Mehrheit in der Knesset beschädigt mit der Einführung der Todesstrafe für Palästinenser die europäisch-israelischen Beziehungen massiv", sagte der Grünen-Politiker Max Lucks und sprach von einer "menschenverachtenden Entscheidung".

Der Vorsitzende der Linkspartei, Jan van Aken, sagte dem "Tagesspiegel", er habe Angst um die Demokratie in Israel. "Selbst grausame Verbrechen rechtfertigen die Todesstrafe nicht und sind kein Grund, selbst unmenschlich zu werden."

news | 69041077 |

Weitere Meldungen

Votum für Todesstrafe: EU kritisiert geschlossen Israel Die EU übt deutliche Kritik an Israels Plänen für die Todesstrafe und warnt vor einem «schwerwiegenden Rückschritt». (Ausland, 31.03.2026 - 20:36) weiterlesen...

Todesstrafe für Terroristen: Gesetz in Israel vor Prüfung Israels neues Gesetz zur Todesstrafe für Terroristen sorgt international für scharfe Kritik. (Ausland, 31.03.2026 - 13:04) weiterlesen...

Bundesregierung kritisiert Israels neues Gesetz zur Todesstrafe Die Bundesregierung hat den Beschluss des israelischen Parlaments zur Einführung der Todesstrafe für Terroristen kritisiert. (Politik, 31.03.2026 - 12:06) weiterlesen...

Experte: Höchstes Gericht könnte Todesstrafe-Gesetz kippen. Warum Israels höchstes Gericht einschreiten könnte. Ein neues Gesetz in Israel schreibt Militärrichtern die Todesstrafe für Terroristen vor – doch ein Experte sieht gravierende Mängel. (Ausland, 31.03.2026 - 09:44) weiterlesen...

«Apartheid»: Amnesty kritisiert Votum für Todesstrafe. Amnesty spricht von «absoluter Missachtung der Menschenrechte». Das gerade erst gebilligte Gesetz zur Todesstrafe in Israel stößt auf breite Ablehnung. (Ausland, 31.03.2026 - 08:20) weiterlesen...

Israels Parlament billigt Todesstrafe für Terroristen Das israelische Parlament hat einen Gesetzentwurf zur Einführung der Todesstrafe für Terroristen gebilligt.62 der 120 Abgeordneten der Knesset stimmten am Montag für den hochumstrittenen Vorstoß der Partei Otzma Jehudit des rechtsextremen Polizeiministers Itamar Ben-Gvir. (Politik, 30.03.2026 - 20:15) weiterlesen...