Bahn: EVG kritisiert Konzernumbau ohne erkennbares Zielbild
24.04.2026 - 16:25:10 | dts-nachrichtenagentur.deDas betreffe insbesondere die defizitäre Konzerntochter DB Services. Diese sollte zunächst verkauft werden, dann doch nicht, dann sollten bestimmte Geschäftsbereiche in die Töchter DB Regio und DB Fernverkehr integriert werden. Nun jedoch sei dem Gesamtbetriebsrat und der EVG "nach monatelanger Beschäftigung" mit dem Thema mitgeteilt worden, dass "man sich `verrechnet` bzw. `verplant` habe", heißt es in dem Brief an Palla und ihren Personalvorstand Martin Seiler. Die geplante Aufteilung von DB Services sei demnach "unwirtschaftlich und operativ nahezu unmöglich", so geben es Loroch und Cengiz wieder.
"Nachdem wir uns auf eine Richtung gemeinsam verständigt haben, droht jetzt wieder die Rolle rückwärts ins Ungewisse. Es ist als Konzernvorstand unredlich, durch eine solche Verunsicherung und Planlosigkeit die Arbeitsplätze jener Menschen aufs Spiel zu setzen", schreiben Loroch und Cengiz. Die Beschäftigten seien "massiv verunsichert" von dem ganzen Hin und Her. Die Frage sei doch, warm sich der Konzernvorstand nicht zunächst seiner Kernaufgabe widme, "nämlich ein klares Zielbild und eine strategische Ausrichtung zu entwickeln und prüft anschließend deren Machbarkeit und Plausibilität", heißt es in dem Brief weiter.
Genau das hat der Vorstand nun vor: Für kommenden Montag hat Bahn-Chefin Palla eine ganztägige Vorstandsklausur einberufen. Auf der sollen nun die einzelnen Zielbilder, die sie und ihre und vier Vorstandskollegen entwickelt haben, übereinandergelegt und in ein schlüssiges Gesamtkonzept gegossen werden. Aus Sicht von Kristian Loroch kommt das jedoch viel zu spät. "Was hier passiert, ist ein Organversagen", sagte er der Zeitung. "Das setzt sich leider fort aus der Ära Lutz. Der Vorstand als Ganzer ist jetzt gefordert, Verantwortung zu übernehmen."
