Neue VizeprÀsidentin will mehr DiversitÀt im Verfassungsgericht
02.02.2026 - 06:30:00"Wir brauchen Menschen mit unterschiedlichen Positionen, die sich gegenseitig zuhören und um gemeinsame Lösungen ringen. Das droht in der Gesellschaft zunehmend verloren zu gehen - es ist gut, dass es in Karlsruhe funktioniert", so Kaufhold. Sie beklagte zudem eine Verzerrung ihrer wissenschaftlichen ĂuĂerungen etwa zur "Systemaufsicht oder zu Vergesellschaftungen.
Zum Thema der RechtsfĂ€higkeit von NaturgĂŒtern, wie etwa FlĂŒssen, sagte die Verfassungsrichterin der FAZ, es sei es sinnvoll, dass sich die Rechtswissenschaft damit auseinandersetze. "Inhaltlich habe ich mich nicht festgelegt: Es gibt gute GrĂŒnde dafĂŒr und dagegen." Sie beklagt, dass "Menschen sich bewusst unredlich und manipulativ mit Aussagen auseinandersetzen, also sie falsch wiedergeben oder Positionen unterstellen, die sich aus den Aussagen in keiner Weise sinnvoll herleiten lassen. Ich habe zum Beispiel erlebt, dass ĂuĂerungen von mir zum Thema Klimaschutz, die einen deskriptiv-analytischen Charakter hatten, in Tweets zu normativen Wertungen und politischen Forderungen umgedeutet wurden."
Kaufhold fĂŒgte hinzu: Ich habe zum Beispiel beschrieben, dass Gerichte heute erheblichen Einfluss darauf haben, ob und wie Klimaschutz betrieben wird. Wer die Rechtsprechung weltweit auswertet, kommt zu dieser Erkenntnis. Wie man diese Entwicklung bewertet, steht auf einem anderen Blatt. In der Verfassungsrechtswissenschaft wird das aus gutem Grund differenziert diskutiert." AuĂer Frage stehe dabei, dass der Gesetzgeber die wesentlichen Entscheidungen treffen mĂŒsse. "Gerichte konkretisieren immer nur Mindestanforderungen. Es wurde wahrheitswidrig behauptet, ich wolle das Ă€ndern. Auch meine Habilitationsschrift zur `Systemaufsicht` wurde herangezogen, um mir zu unterstellen, ich wolle die Gewaltenteilung aushebeln. Das ist abwegig. DafĂŒr gibt es in dem Text keine Anhaltspunkte. In meiner Habilitation geht es um Finanzmarktaufsicht."


