Kommunen, Nachfrage

Kommunen registrieren stÀrkere Nachfrage nach deutschem Pass

26.12.2024 - 13:50:00

Die Zahl der AntrÀge auf den deutschen Pass ist in verschiedenen deutschen Kommunen nach Inkrafttreten des neuen Staatsangehörigkeitsrechts vor einem halben Jahr stark angestiegen.

Das berichtet die "Bild-Zeitung" in ihrer am Freitag erscheinenden Ausgabe. Demnach könnten die Mitarbeiter der örtlichen AuslĂ€nderbehörden den Ansturm teils kaum bewĂ€ltigen. "Die Bearbeitungszeit hat sich auf 18 Monate verlĂ€ngert", erklĂ€rte etwa eine Sprecherin der Stadt MĂŒnchen.

In ganz Bayern wurden bis Ende November 82.724 AntrĂ€ge auf EinbĂŒrgerung gestellt, teilte die Landesregierung mit. Bis zur Änderung des Staatsangehörigkeitsrechts am 27. Juni lag die Zahl bei knapp 6.000 AntrĂ€gen pro Monat. Im Juli waren es landesweit plötzlich 11.410 AntrĂ€ge, im Urlaubsmonat August noch 7.333. Seitdem liegt die Zahl bei rund 9.000 im Monat. In Stuttgart wurden bis Ende Oktober insgesamt 4.488 AntrĂ€ge (2023: 3.234 FĂ€lle) gestellt. Bis Juni lag die Zahl bei durchschnittlich 332 AntrĂ€gen im Monat, seit Juli sind es 625. In Hessen stieg die Zahl der AntrĂ€ge von 31.900 im Jahr 2023 auf 39.400 bis Mitte Dezember - ein Anstieg von 23,5 Prozent. Allein in Frankfurt waren es 8.838 AntrĂ€ge (plus 42,2 Prozent). In DĂŒsseldorf (NRW) wurden in der AuslĂ€nderbehörde bis Ende November 6.395 AntrĂ€ge registriert, 1.656 (+ 34,9 Prozent) mehr als im Vorjahr. In Braunschweig (Niedersachsen) waren es bis Mitte Dezember 1.831 AntrĂ€ge (plus 27 Prozent), in der Region Hannover 3.424 (plus 6,1 Prozent). In Köln wurden in diesem Jahr 4.600 EinbĂŒrgerungsverfahren vollstĂ€ndig eingeleitet, allerdings liegen 13.000 weitere AntrĂ€ge vor. "Hierbei sind auch Mehrfachanfragen enthalten, sodass die tatsĂ€chliche Zahl der AntrĂ€ge, die noch gesichtet und terminiert werden mĂŒssen, geringer ausfĂ€llt", sagte ein Stadtsprecher der "Bild-Zeitung". In Halle (Saale) und Magdeburg (beide Sachsen-Anhalt) blieben die Zahlen der AntrĂ€ge weitgehend konstant. Landkreistags-PrĂ€sident Achim Brötel (CDU) sagte derselben Zeitung, dass die Behörden neben den EinbĂŒrgerungen auch die aktuelle Dynamik bei der Migration stemmen mĂŒssen. "Insofern ist die Reform definitiv zur Unzeit erfolgt." Die Landkreise wĂŒrden bei der Umsetzung bundesgesetzlicher Vorgaben allein gelassen. "Das EinbĂŒrgerungsrecht ist deshalb geradezu ein Paradebeispiel fĂŒr den derzeitigen Verschiebebahnhof: Berlin beschließt, und wir sollen die Zeche zahlen. Das muss sich kĂŒnftig dringend wieder Ă€ndern", kritisierte Brötel.

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