Immer mehr junge Frauen wegen Essstörungen stationÀr behandelt
11.08.2025 - 08:21:57Im Jahr 2023 wurden hierzulande rund 12.100 Patienten im Krankenhaus behandelt. Das waren weniger als 20 Jahre zuvor (2003: 12.600 FĂ€lle), aber mehr als im Vor-Corona-Jahr 2019 mit rund 10.600 FĂ€llen. Entsprechend machten MĂ€dchen und junge Frauen im Alter von zehn bis 17 Jahren im Jahr 2023 knapp die HĂ€lfte (49,3 Prozent) aller stationĂ€r wegen Essstörungen behandelten Patienten aus. 20 Jahre zuvor lag deren Anteil noch bei knapp einem Viertel (23,4 Prozent). Unter den Essstörungen wurde 2023 am hĂ€ufigsten Magersucht behandelt, die in gut drei Viertel der BehandlungsfĂ€lle (76,0 Prozent oder 9.200 Patienten) diagnostiziert wurde. Danach folgte Bulimie mit 11,1 Prozent (1.300 BehandlungsfĂ€lle). Frauen werden deutlich hĂ€ufiger aufgrund einer Essstörung im Krankenhaus behandelt als MĂ€nner. 11.300 oder 93,3 Prozent der mit dieser Diagnose im Jahr 2023 Behandelten waren Frauen. 2003 waren es rund 11.000 Patientinnen mit einem Anteil von 87,6 Prozent. Dagegen wurden lediglich rund 820 MĂ€nner im Jahr 2023 aufgrund von Essstörungen stationĂ€r behandelt. Die Zahl ist in den vergangenen Jahren gesunken. 2003 war sie mit 1.560 BehandlungsfĂ€llen fast doppelt so hoch. Insgesamt werden besonders hĂ€ufig jĂŒngere Menschen wegen Essstörungen behandelt. Mehr als die HĂ€lfte (52,8 Prozent) der Patienten mit einer solchen Diagnose sind 2023 jĂŒnger als 18 Jahre gewesen. Mehr als ein Viertel (28,1 Prozent) war in der Altersgruppe von 18 bis 29 Jahre, weitere 12,7 Prozent waren zwischen 30 und 49 Jahren alt. Nur 6,3 Prozent der Behandelten waren 50 Jahre und Ă€lter. Patienten mĂŒssen wegen einer Essstörung deutlich lĂ€nger im Krankenhaus behandelt werden als im Durchschnitt aller Erkrankungen. 53,2 Tage dauerte eine Behandlung bei einer Essstörung im Jahr 2023 durchschnittlich. Dies war der höchste Wert seit 2003. Ein stationĂ€rer Krankenhausaufenthalt dauerte im Jahr 2023 durchschnittlich 7,2 Tage. Im Jahr 2023 starben in Deutschland 78 Menschen aufgrund von Essstörungen. Die Zahl der TodesfĂ€lle unterliegt im langfristigen Vergleich hohen jĂ€hrlichen Schwankungen. Der Höchstwert der vergangenen 20 Jahre lag im Jahr 2008, als 100 Menschen an den Folgen von Essstörungen gestorben sind. Der niedrigste Wert war 2004 mit 36 TodesfĂ€llen.


