Deutschland bei Schutz vor BelÀstigung im EU-Vergleich hinten
03.02.2026 - 00:00:00Alle LÀnder untersagten sexuelle BelÀstigung mindestens bei der Bereitstellung von Waren und Dienstleistungen. "In vielen LÀndern erstreckt sich der Schutz vor sexueller BelÀstigung zudem auf die Gesundheitsversorgung, die Vermietung von Wohnraum sowie kulturelle Angebote. Kein einziges Land verbietet sexuelle BelÀstigung wie Deutschland nur im Arbeitsleben."
Auch im öffentlichen Sektor, etwa im Bildungswesen, existierten in vielen LĂ€ndern Regelungen zum Schutz vor sexueller BelĂ€stigung. Weiter heiĂt es: "Deutschland ist im europĂ€ischen Vergleich das Schlusslicht." FĂŒr Betroffene bedeute das: Wenn sie durch anzĂŒgliche Gesten, Blicke oder ĂuĂerungen von Kollegen belĂ€stigt wĂŒrden, hĂ€tten sie unter UmstĂ€nden Anspruch auf Schadensersatz oder EntschĂ€digung. Ihr Arbeitgeber mĂŒsse dem Einhalt gebieten. Anders sei die Situation, wenn Vermietende jemanden verbal sexuell belĂ€stigten oder Fahrlehrer unvermittelt pornografische Bilder zeigten. Dagegen könnten Betroffene rechtlich kaum vorgehen.
Die Bundesbeauftragte fĂŒr Antidiskriminierung und Leiterin der Antidiskriminierungsstelle, Ferda Ataman, sagte dem RND: "Sexuelle BelĂ€stigung ist eine Diskriminierung, vor der wir Menschen und besonders oft Frauen besser schĂŒtzen mĂŒssen - das zeigt das Gutachten ganz deutlich. FĂŒr Betroffene ist das ein untragbarer Zustand." Sie fĂŒgte hinzu: "Die Bundesregierung hat eine Reform des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes angekĂŒndigt. Dazu muss ein besserer Schutz vor sexueller BelĂ€stigung gehören - auch auf dem Wohnungsmarkt, im Fitnessstudio oder in Fahrschulen."
Eine Sprecherin des Bundesjustizministeriums sagte dem RND, belĂ€stigendes Verhalten unter Ausnutzung von MachtverhĂ€ltnissen könne bereits jetzt strafbar sein. Aus Sicht des Ministeriums bestehe dennoch "teilweise gesetzgeberischer Handlungsbedarf". Im Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD sei vereinbart worden, den Diskriminierungsschutz zu verbessern, so die Sprecherin weiter. "Die Bundesregierung prĂŒft, wie diese Vorgaben am besten umgesetzt werden können."


