EU, Gesellschaft

Studie zeigt Diskrepanzen in Grenzregionen bei Lebenserwartung

24.09.2025 - 09:11:53

In westeuropÀischen Grenzregionen gibt es teils erhebliche Unterschiede in der Lebenserwartung der Menschen.

Das zeigt eine aktuelle Studie mit Beteiligung von Wissenschaftlern des Bundesinstituts fĂŒr Bevölkerungsforschung (BiB), die am Mittwoch vorgestellt wurde. Zwischen Grenzregionen benachbarter LĂ€nder bestehen demnach deutliche Unterschiede, die sich ĂŒber die Zeit hinweg zudem oft als sehr stabil erweisen. Diese grenzĂŒberschreitenden Differenzen in der Lebenserwartung fielen hĂ€ufig sogar grĂ¶ĂŸer aus als die Unterschiede zwischen Grenzregionen und anderen Regionen innerhalb desselben Landes. "Die Befunde deuten darauf hin, dass nationale Rahmenbedingungen weiterhin einen starken Einfluss auf regionale Sterblichkeitsunterschiede in Europa haben", sagte Studienautor Pavel Grigoriev, Leiter der Forschungsgruppe "MortalitĂ€t" am BiB. FĂŒr die Untersuchung wurden Daten aus 277 westeuropĂ€ischen grenznahen Regionen im Zeitraum von 1995 bis 2019 ausgewertet.

Der Zeitraum der Coronapandemie blieb unberĂŒcksichtigt, um langfristige Tendenzen erfassen zu können. FĂŒr Deutschland ergab die Untersuchung, dass die Lebenserwartung in den Grenzregionen der NachbarlĂ€nder hĂ€ufig höher ist als in den angrenzenden deutschen Gebieten. Besonders auffĂ€llig sei der Unterschied zur Schweiz, wo MĂ€nner in GrenznĂ€he auf deutscher Seite im Schnitt 2,2 Jahre weniger leben als ihre Schweizer Nachbarn. Ähnliche Unterschiede zeigten sich an den Grenzen zu den Niederlanden und DĂ€nemark. Bei Frauen waren die grĂ¶ĂŸten Differenzen im Vergleich zu Frankreich, der Schweiz und DĂ€nemark festzustellen. Trotz Ă€hnlicher sozioökonomischer Strukturen und kulturellem Austausch, wie etwa an der deutsch-schweizerischen Grenze, blieben die Unterschiede bestehen. Der RĂŒckstand der deutschen Grenzregionen im Vergleich zu ihren westlichen, nördlichen und sĂŒdlichen Nachbarn habe in den letzten Jahrzehnten sogar zugenommen. Die GrenzrĂ€ume zu Polen und Tschechien wurden in der Studie nicht betrachtet.

@ dts-nachrichtenagentur.de