Schwindel, Arten

Schwindel: Welche Arten es gibt, was die Auslöser sind

17.06.2024 - 09:00:05

Baierbrunn - Viele Menschen leiden mindestens einmal im Leben unter Schwindel. Tritt Schwindel neu oder hĂ€ufiger auf, sind die Attacken sehr heftig oder halten lange an, sollte das unbedingt Ă€rztlich abgeklĂ€rt werden. Die gute Nachricht fĂŒr Betroffene: "Man kann Schwindel gut behandeln", erklĂ€rt Prof. Dr. Andreas Stengel, Ärztlicher Direktor der Klinik fĂŒr Psychosomatische Medizin und Psychotherapie am Klinikum Stuttgart, Gesundheitsmagazin "Apotheken Umschau".

Störung des Gleichgewichtsorgans im Innenohr

Schwindel ist keine Krankheit, sondern ein Symptom, hinter dem sich ganz unterschiedliche Ursachen verstecken können - sowohl organische wie auch psychische. Ein Klassiker unter den Ursachen fĂŒr Schwindel ist zu niedriger Blutdruck. Viele kennen das GefĂŒhl, dass der Kreislauf bei einer abrupten Bewegung nicht mitkommt, etwa beim Aufstehen aus der Hocke. Das Blut sackt in die Beine, und das Gehirn ist nicht mehr ausreichend versorgt. Die Folge: Es wird einem schummrig und schwarz vor Augen. Benommenheitsschwindel wird diese Art von Unwohlsein oft genannt.

Hat man jedoch Drehschwindel - also das GefĂŒhl, der ganze Raum kreist -, steckt etwas anderes dahinter. Zum Beispiel eine Störung des Gleichgewichtsorgans im Innenohr. Eine weitere mögliche Ursache fĂŒr Schwindel ist Morbus MeniĂšre. Diese Erkrankung, die ebenfalls auf einer Störung im Innenohr beruht, kann Auslöser fĂŒr stundenlangen Schwindel sein. Sammelt sich im Innenohr zu viel FlĂŒssigkeit, kommt es zu plötzlich auftretendem, wiederkehrenden Drehschwindel.

Schwankschwindel mit psychischer Ursache

Am hĂ€ufigsten ist der gutartige Lagerungsschwindel, abgekĂŒrzt BPLS. "Bei etwa 25 Prozent aller Betroffenen mit Schwindel ist das die Ursache", sagt Prof. Dr. Frank SchmĂ€l, Leiter der Schwindelambulanz des Zentrums fĂŒr HNO MĂŒnster/Greven. Meistens trifft es Menschen zwischen 40 und 70 Jahren. Die Attacken kommen plötzlich und sind kurz - nur einige Sekunden bis zu einer Minute. Eine rasche Bewegung des Kopfes löst den typischen Drehschwindel aus. Etwa wenn man sich hinlegt, umdreht oder aus dem Liegen aufsetzt.

Gibt es keine eindeutigen Hinweise auf eine körperliche Ursache, kann ein psychisch bedingter Schwindel vorliegen. Betroffene achten stĂ€ndig auf ihr Gleichgewicht, sie fokussieren auf das völlig normale Schwanken beim Gehen. In der Regel haben sie große Angst davor, eine einmal erlebte Schwindelattacke könnte zurĂŒckkehren. Die Folge: Sie entwickeln einen Schwankschwindel, das heißt, sie haben stĂ€ndig das GefĂŒhl, dass der Boden wie auf einem Schiff hin und her schaukelt, erlĂ€utert Schwindelexperte SchmĂ€l in der "Apotheken Umschau". Dazu vermeiden sie hĂ€ufig belastende Alltagssituationen. Beispielsweise gehen sie nicht mehr in den Supermarkt oder den Baumarkt, weil es ihnen in den langen GĂ€ngen mit den hohen Warenregalen schwindelt. Ein Trugschluss, denn das Gleichgewichtsorgan funktioniert im Wohnzimmer genauso gut oder schlecht wie im Baumarkt.

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