Schleswig-Holstein, Deutschland

Bagger graben Rettungsrinne fĂŒr gestrandeten Buckelwal

26.03.2026 - 11:06:08 | dpa.de

Mit Baggern und höchster Konzentration versuchen Helfer erneut, den bei Timmendorfer Strand festsitzenden Buckelwal zu befreien. Doch die Ostsee bleibt eine Herausforderung fĂŒr den MeeressĂ€uger.

  • Der Buckelwal war Montagmorgen auf der Sandbank entdeckt worden. - Foto: Daniel Bockwoldt/dpa
    Der Buckelwal war Montagmorgen auf der Sandbank entdeckt worden. - Foto: Daniel Bockwoldt/dpa
  • Der Taucher kann neben dem gestrandeten Buckelwal stehen. - Foto: Daniel Bockwoldt/dpa
    Der Taucher kann neben dem gestrandeten Buckelwal stehen. - Foto: Daniel Bockwoldt/dpa
  • Unter Zuhilfenahme von Baggern soll eine Rinne fĂŒr den Wal geschaffen werden. - Foto: Daniel Bockwoldt/dpa
    Unter Zuhilfenahme von Baggern soll eine Rinne fĂŒr den Wal geschaffen werden. - Foto: Daniel Bockwoldt/dpa
  • Ein Rettungsversuch mit einem Saugbagger war gescheitert.  - Foto: Jens BĂŒttner/dpa
    Ein Rettungsversuch mit einem Saugbagger war gescheitert. - Foto: Jens BĂŒttner/dpa
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Experten versuchen erneut den vor Timmendorfer Strand festsitzenden Buckelwal freizubekommen. So haben zwei Bagger in einiger Entfernung von dem auf einer Sandbank festsitzenden Tier damit begonnen, eine Rinne zu graben. Ein dritter Bagger steht laut einem dpa-Reporter vor Ort noch zur UnterstĂŒtzung am Strand bereit. 

Ziel ist es, sich langsam an den 12 bis 15 Meter großen MeeressĂ€uger heranzuarbeiten, auch damit dieser sich an die GerĂ€usche gewöhnen kann, sagte der BĂŒrgermeister von Timmendorfer Strand, Sven Partheil-Böhnke. Bei den Arbeiten sei höchste Konzentration gefragt. Man mĂŒsse sich bis auf einen Zentimeter an den Kopf des Tieres heranarbeiten, erklĂ€rte der BĂŒrgermeister. Dies sei auch fĂŒr den Buckelwal nicht ganz ungefĂ€hrlich.

Baggerfahrer Tim Löhndorf von der Firma Ökologischer GewĂ€sserdienst Wandhoff hatte der dpa am Mittwoch gesagt, dass mit insgesamt zwei Baggern eine 50 Meter lange, sechs Meter breite und 1,20 Meter tiefe Rinne vor dem Kopf des Wals gegraben werden soll. Besonders herausfordernd seien bei der Rettungsaktion Wind und Strömung. 

Buckelwal reagiert auf AnnÀherung

Vor Beginn des Rettungsversuchs nÀherte sich der Biologe Robert Marc Lehmann dem festsitzenden Tier. Dieses reagierte mit heftigen Bewegungen und lautem Schnauben. Der MeeressÀuger stecke im flachen Wasser fest. Es ist so flach, dass der Taucher dort stehen kann, wie ein dpa-Reporter erklÀrte. 

Die Begutachtung durch den Taucher habe ergeben, dass es um das Tier offenbar relativ gut stehe, sagte Stephanie Groß vom Institut fĂŒr Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW). Der Buckelwal reagiere auf AnnĂ€herung, der Kopf liege zwar im Flachwasser, er könne diesen aber noch anheben.

Ostsee stellt Nadelöhr dar

Ganz geschafft hĂ€tte es der Wal bei einer erfolgreichen Befreiung dann aber noch nicht. Da die Ostsee nicht sein natĂŒrlicher Lebensraum ist, muss er wieder zurĂŒck in die Nordsee und dann weiter in den Atlantik gelangen. Laut Experten besteht die Gefahr, dass der Wal sich erneut festschwimmt oder aus der Ostsee nicht wieder herausfindet. Die Ostsee stelle ein Nadelöhr dar, sagte etwa Jan Herrmann, Tierarzt und Wal-Experte aus Wilhelmshaven. «Den Ausgang muss man wieder finden, und das ist nicht ganz sicher, dass das in der Navigation der Buckelwale so angelegt ist.»

Zudem ist der Wal nach Angaben des Deutschen Meeresmuseums in der Ostsee zahlreichen Störungen ausgesetzt, wie zum Beispiel dem Schiffsverkehr. Es existieren in den dĂ€nischen GewĂ€ssern auch einige Engstellen. Joseph Schnitzler, Experte des Instituts fĂŒr Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW), sagte am Mittwoch, der Wal mĂŒsse sicherlich begleitet werden, damit er herausfinde. «Und dann hoffen wir mal, dass das Tier dann halt kluge Entscheidungen trifft, denn so richtig leiten kann man es nicht.»

Nicht der erste Rettungsversuch

Der Buckelwal war Montagmorgen auf der Sandbank entdeckt worden. Am Dienstag war ein Rettungsversuch mit einem kleinen Saugbagger gescheitert. «Leider hat sich herausgestellt, dass der Sand zu fest ist», erklĂ€rte ITAW-Walexpertin Groß. Zuvor waren bereits andere Versuche fehlgeschlagen. Zwar gelang es, den Wal in Richtung der tieferen Fahrrinne zu drehen, frei kam er aber nicht. 

Auch Versuche, mit Polizeibooten Wellen zu machen, damit sich der Wal freischwimmen kann, brachten nichts. Um den Wal nicht weiter zu stressen, waren die Versuche dann zunĂ€chst abgebrochen worden. Doch auch die Hoffnung, dass sich das Tier mit dem Hochwasser in der Nacht zu Dienstag freischwimmen kann, erfĂŒllte sich nicht.

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