Nordrhein-Westfalen, Deutschland

Mordfall Claudia Otto - Angeklagter beteuert seine Unschuld

27.09.2023 - 16:01:36 | dpa.de

1987 wurde die Gastwirtstochter Claudia Otto ermordet. Schon seit lÀngerem ist ein Mann wegen der Tat angeklagt, doch ein erster Prozess gegen ihn platzte. Nun unternimmt die Justiz einen neuen Anlauf.

Bei dem Angeklagten handelt es sich um einen bereits verurteilten Doppelmörder. - Foto: Rolf Vennenbernd/dpa
Bei dem Angeklagten handelt es sich um einen bereits verurteilten Doppelmörder. - Foto: Rolf Vennenbernd/dpa

Der 36 Jahre zurĂŒckliegende Raubmord an der Gastwirtstochter Claudia Otto beschĂ€ftigt seit Mittwoch erneut das Bonner Landgericht. Ein bereits verurteilter Doppelmörder ist angeklagt, weil er die 23-JĂ€hrige 1987 in ihrer Wohnung ĂŒber dem Ausflugslokal ihrer Eltern in Lohmar erdrosselt haben soll. Aus dem Tresor soll er dann laut Anklage die Tageseinnahmen von 6100 Euro gestohlen haben.

Am ersten Prozesstag beteuerte der Deutsche erneut seine Unschuld. «Ich habe mit der mir zur Last gelegten Tat nichts zu tun», ließ er seinen Verteidiger erklĂ€ren. Ansonsten wirkte der Angeklagte desinteressiert, blĂ€tterte in einer Aktenmappe, schien sich sogar ein wenig zu amĂŒsieren, als der Vorsitzende Richter Ermittlungsunterlagen per Beamer auf eine Leinwand projizierte.

Haftbefehl aufgehoben

Der Mann aus Detmold musste sich bereits im vergangenen Jahr wegen der Tat vor dem Landgericht verantworten. Doch Anfang Dezember wurde der erste Prozess gegen ihn ĂŒberraschend ausgesetzt, weil zwei entscheidende DNA-Spuren, die seine Schuld beweisen könnten, vom Rechtsmedizinischen Institut der UniversitĂ€t MĂŒnchen möglicherweise nicht sachgerecht untersucht worden waren. Spuren des Opfers und des Beschuldigten könnten im Labor vermischt worden sein, hieß es damals. Das Gericht hob daraufhin den Haftbefehl auf und ordnete eine erneute ÜberprĂŒfung der Spuren an. Das Ergebnis will die Kammer nun am nĂ€chsten Verhandlungstag prĂ€sentieren.

Der Betonbauer war schon kurz nach dem Mord ins Visier der Ermittler geraten, weil er in der NĂ€he des Ausflugslokals «NaafshĂ€uschen» auf einer Baustelle gearbeitet hatte und hĂ€ufig in der Wirtschaft zu Gast gewesen war. Der Verdacht ließ sich damals aber nicht erhĂ€rten. Eine Textilfaser, die seinerzeit mit einer Folie von der Leiche genommen worden war, ergab keine Übereinstimmung mit einem KleidungsstĂŒck des Angeklagten, auch ein Schuhabdruck und FingerabdrĂŒcke passten nicht zu ihm.

Erst im Dezember 2017 konnte in dem «Cold Case» durch neue DNA-Analysemethoden ein genetischer Fingerabdruck gefunden werden, der zur ersten Verhaftung des Angeklagten fĂŒhrte. Da gleichzeitig eine zweite DNA-Spur eines Unbekannten festgestellt wurde, konnte ihm die Tat jedoch nicht sicher nachgewiesen werden. Nach einer erneuten ÜberprĂŒfung wurde der unbekannte Spurenleger als Mitarbeiter des Landeskriminalamts identifiziert, der VerdĂ€chtige kam daraufhin im April 2022 zunĂ€chst erneut in Haft.

Der Angeklagte ist ein rechtskrĂ€ftig verurteilter Doppelmörder, der bereits mehr als die HĂ€lfte seines Lebens im GefĂ€ngnis gesessen hat. Er hatte 1988 im Sauerland ein Kind und dessen Großmutter im Zusammenhang mit einer geplanten EntfĂŒhrung umgebracht. In diesem Fall hatte er seinerzeit ein GestĂ€ndnis abgelegt, wĂ€hrend er die Tötung von Claudia Otto immer bestritt.

So schÀtzen die Börsenprofis Aktien ein!

<b>So schÀtzen die Börsenprofis Aktien ein!</b>
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlĂ€ssliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
FĂŒr. Immer. Kostenlos.
unterhaltung | 64032454 |

Weitere Meldungen

Schlotterbeck widerspricht: Keine schnelle Einigung mit BVB. Doch plötzlich hat sich die Situation durch eine Personalentscheidung verÀndert. Medienberichte verÀrgern den Verteidiger enorm. Nico Schlotterbeck war auf einen guten Weg, in Dortmund zu verlÀngern. (Politik, 31.03.2026 - 00:40) weiterlesen...

Ukraine-UnterstĂŒtzer ausgespĂ€ht? Mutmaßlicher Spion in Haft. Er soll Informationen ĂŒber eine Zielperson in Deutschland gesammelt haben. Aus Sicht der Bundesanwaltschaft gab es weitere PlĂ€ne. Ein 53-JĂ€hriger wird in Hagen festgenommen. (Politik, 30.03.2026 - 16:15) weiterlesen...

Mutmaßlicher Russland-Spion in U-Haft (Politik, 30.03.2026 - 15:58) weiterlesen...

Herbert Grönemeyer schlĂŒpft ins HasenkostĂŒm. Welche Oster-Traditionen der Musiker sonst noch pflegt. Zu Ostern lĂ€uft Herbert Grönemeyer laut eigenen Worten im HasenkostĂŒm durch den Garten – und das auf Wunsch seiner Enkel sogar zweimal am Tag. (Unterhaltung, 30.03.2026 - 07:21) weiterlesen...

13-JÀhriger stirbt nach Messerangriff in Witten. Er soll am Samstag seinen Sohn getötet sowie Frau und Tochter schwer verletzt haben. Die Ermittlungen laufen, das Motiv ist unklar. VerdÀchtigt wird ein Familienvater. (Unterhaltung, 29.03.2026 - 14:34) weiterlesen...

Mutter und Tochter nach Messerangriff außer Lebensgefahr. Der Zustand ist inzwischen stabil. Nach dem tödlichen Messerangriff auf eine Familie in Witten sind Mutter und Tochter weiter im Krankenhaus. (Unterhaltung, 29.03.2026 - 10:42) weiterlesen...