Berlin, Deutschland

Weimer sagt Musikern Hilfe für faire Streaming-Honorare zu

18.12.2025 - 16:33:47 | dpa.de

Der Kulturstaatsminister hat Popstars wie Herbert Grönemeyer ins Kanzleramt eingeladen und stimmt ihnen zu: Die Vergütung über Streamingplattformen sei nicht gerecht.

Herbert Grönemeyer nennt die Vergütung ein System für Doofe. - Foto: Christoph Soeder/dpa

Kulturstaatsminister Wolfram Weimer verspricht Musikerinnen und Musikern Hilfe auf dem Weg zu fairen Vergütungen bei Streamingdiensten wie Spotify. Zunächst soll es Anfang 2026 im Kanzleramt Verhandlungen der Künstler mit Streamingplattformen und Plattenlabels geben. Er wolle vermitteln, sagte Weimer nach einem Treffen mit Popmusikern. Notfalls könnte der Gesetzgeber eingreifen, etwa über das Steuerrecht. 

«Wir haben hier ein Problem, so können wir das nicht laufen lassen», sagte Weimer. «Bitte redet miteinander und einigt euch. Und wenn das am Runden Tisch gelingt, dann ist das sehr schön. Wenn nicht, dann müssen wir über solche Maßnahmen reden.»

Nur wenige verdienen viel

Nach Angaben des Bundesbeauftragten für Kultur und Medien äußerten sich in einer Umfrage mit 3.000 Musikschaffenden drei von vier Befragten unzufrieden mit ihren Einnahmen aus Musikstreaming. 2023 entfielen den Angaben zufolge 75 Prozent der Umsätze auf 0,1 Prozent der Künstlerinnen und Künstler. Umgekehrt erzielten 68 Prozent der Musikschaffenden weniger als 1 Euro Umsatz. 

Popstar Herbert Grönemeyer sagte: «Das ist ein System für Doofe.» Wenn jemand eine Platte von ihm auf Spotify höre, erhalte er dafür gerade einmal zwei Cent. Die restlichen 9,98 Euro einer üblichen Monatsgebühr der Hörer gehe in einen großen Topf für jene Künstler, die die meisten Klicks hätten.

Klicks kaufen im Darknet

«Diese Klicks lassen sich im Darknet kaufen», sagte Grönemeyer. «Diese Klicks ermöglichen enorme Geldwäsche im System. Ich nehme mein Schwarzgeld für meinen Künstler, kaufe ihm Klicks im Darknet. Der wird zum Star, der wird angeklickt, und ich kriege offizielles Geld wieder zurück.» Das Geld gehe nicht direkt an die Künstler, die die Konsumenten hörten, sagte Grönemeyer. 

Weimer sagte, es könne nicht sein, dass wenige Superstars Millionen verdienten, während die große Mehrheit kaum von den Einnahmen aus dem Musikstreaming leben könne. «Transparenz ist der Schlüssel: bei Erlösen, Algorithmen und Vertriebswegen. Nur so kann eine faire Entlohnung entstehen.» 

Platz am Verhandlungstisch

Balbina von der Akademie für Populäre Musik sagte, die Musikschaffenden wollten einen dauerhaften Platz am Verhandlungstisch. Das Gespräch mit Weimer könne nur der Anfang sein. Teilgenommen hatten neben Grönemeyer und Balbina unter anderen Peter Maffay, Christopher Annen von AnnenMayKantereit, Annett Louisan, Daniel Grunenberg  von Glasperlenspiel und Sylvia Kollek von der Fair Share Initiative. Weimer sprach vom «ersten Popmusikgipfel im Kanzleramt».

Mehrere Musikverbände hatten im Sommer eine Abgabe auch für Musikstreamingdienste gefordert. Nach damaligen Angaben zahlte die Plattform Spotify 2023 etwa 68 Prozent ihres Umsatzes von 13,2 Milliarden Euro an Rechteinhaber aus. 2024 seien es nur noch 63 Prozent gewesen, allerdings von einem gewachsenen Umsatz von 15,7 Milliarden Euro.

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