Sachsen, Deutschland

Behörden bringen nach Ausbruch bei Leipzig sechs Tiger weg

01.07.2026 - 15:25:06 | dpa.de

Im Mai brach ein Tiger aus einer privaten Haltung in Sachsen aus und wurde von der Polizei erschossen. Jetzt haben die Behörden sechs Tiere abtransportieren lassen. Was aus den Tigern wird.

  • Die Behörden transportierten sechs der acht Tiger ab.  - Bild: Heiko Rebsch/dpa
    Die Behörden transportierten sechs der acht Tiger ab. - Bild: Heiko Rebsch/dpa
  • Transportboxen wurden verladen.  - Bild: Heiko Rebsch/dpa
    Transportboxen wurden verladen. - Bild: Heiko Rebsch/dpa
  • Die Behörden wollen fĂŒr eine tierschutzgerechte Unterbringung sorgen. - Bild: Heiko Rebsch/dpa
    Die Behörden wollen fĂŒr eine tierschutzgerechte Unterbringung sorgen. - Bild: Heiko Rebsch/dpa
Die Behörden transportierten sechs der acht Tiger ab.  - Bild: Heiko Rebsch/dpa Transportboxen wurden verladen.  - Bild: Heiko Rebsch/dpa Die Behörden wollen fĂŒr eine tierschutzgerechte Unterbringung sorgen. - Bild: Heiko Rebsch/dpa

Anderthalb Monate nach dem Ausbruch eines Tigers aus einer privaten Haltung bei Leipzig haben die Behörden sechs Tiere abtransportieren lassen. Sie wurden an eine Tierschutzorganisation ĂŒbergeben und sollen in eine Auffangstation nach Spanien gebracht werden, wie das zustĂ€ndige Landratsamt Nordsachsen mitteilte. Hintergrund seien Tierschutzbelange: Das Areal im Schkeuditzer Ortsteil Dölzig bei Leipzig sei fĂŒr die Anzahl der Tiger zu klein gewesen.

Die Polizei und das nordsĂ€chsische VeterinĂ€ramt rĂŒckten am Morgen zu einem grĂ¶ĂŸeren Einsatz an. 25 PolizeikrĂ€fte sicherten das GelĂ€nde weitrĂ€umig ab, um eine GefĂ€hrdung der Bevölkerung auszuschließen. Vor Ort war zu sehen, dass mit einem Gabelstapler Transportboxen in verschiedene Fahrzeuge und AnhĂ€nger geladen wurden. 

Die Anlage in einem Gewerbegebiet nahe der Autobahn 9 gehört einer ehemaligen Zirkusartistin. Mitte Mai war dort ein ausgewachsener mÀnnlicher Tiger ausgebrochen. Ein 72 Jahre alter Helfer wurde dabei schwer verletzt. Das Tier wurde von der Polizei in der NÀhe einer Kleingartenanlage erschossen.

Seit Jahren Streit um Haltungsbedingungen

Das Landratsamt lag bereits seit 2024 mit der Dompteurin im Streit. Sie sei wiederholt angewiesen worden, die Haltungsbedingungen zu verbessern. «Die komplexe Rechtslage, die gleichzeitig Aspekte des Tierwohls, des Artenschutzes und des Eigentums berĂŒhrt, machte die Durchsetzung der Forderungen jedoch zu einem langwierigen Prozess», teilte das Landratsamt mit. Am 17. Mai kam es schließlich zu dem Ausbruch.

Die Behörden hatten von der Halterin verlangt, die Vorgaben eines sogenannten SĂ€ugetiergutachtens zu erfĂŒllen. Demnach muss fĂŒr ein bis zwei Tiger ein Außengehege von mindestens 200 Quadratmetern FlĂ€che zur VerfĂŒgung stehen, fĂŒr jedes weitere ausgewachsene Tier mĂŒssen es je 100 Quadratmeter mehr sein. Nach dem Abschuss des Tigers lebten in der Anlage nach Behördenangaben noch acht Tiere.

Zwei Tiger bleiben ĂŒbrig

Ende Juni sei die Frist zur Umsetzung der Vorgaben ausgelaufen. Weil «die Anlage weiterhin nur einen angemessenen Platz fĂŒr zwei Tiger bietet, wurden aus GrĂŒnden des Tierschutzes nun sechs der acht Tiere fortgenommen», teilte das Landratsamt mit. Die Tiger seien sediert und von mehreren TierĂ€rzten untersucht worden, unter anderem um zu klĂ€ren, dass sie transportfĂ€hig seien. 

Die Tiger seien an die Tierschutzorganisation Animal Advocacy and Protection (AAP) ĂŒbergeben worden. Ein Tierarzt begleite die Fahrt nach Spanien. TierschĂŒtzer hatten die Artistin in der Vergangenheit immer wieder kritisiert.

Die Tiger-Halterin hatte nach dem Ausbruch erklĂ€rt, dass es ihr großes Ziel sei, die Tiere nicht zu verlieren. Die Staatsanwaltschaft ermittelt in dem Fall wegen fahrlĂ€ssiger Körperverletzung durch Unterlassen.

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