Deutschland, Unwetter

Kaufbeuren ist Deutschlands neue Blitzhauptstadt

14.04.2026 - 04:01:30 | dpa.de

Kaufbeuren im bayerischen AllgĂ€u fĂŒhrt das neue Blitz-Ranking an, doch die Zahl der EinschlĂ€ge ist 2025 ungewöhnlich niedrig. Das gilt besonders fĂŒr den Norden.

  • Auch wenn dieser Blitz ĂŒber Dresden beeindruckend aussieht - die Stadt liegt im Ranking nur auf Platz 331. (Archivbild) - Foto: Ralf Hirschberger/dpa-Zentralbild/dpa-tmn
  • Das Alpenvorland ist in der Regel besonders gewitterreich. (Archivfoto) - Foto: Jan Eifert/dpa
  • Das Alpenvorland gilt generell als blitzreich. (Archivfoto) - Foto: Valentin Gensch/dpa/dpa-tmn
Auch wenn dieser Blitz ĂŒber Dresden beeindruckend aussieht - die Stadt liegt im Ranking nur auf Platz 331. (Archivbild) - Foto: Ralf Hirschberger/dpa-Zentralbild/dpa-tmn Das Alpenvorland ist in der Regel besonders gewitterreich. (Archivfoto)  - Foto: Jan Eifert/dpa Das Alpenvorland gilt generell als blitzreich. (Archivfoto)  - Foto: Valentin Gensch/dpa/dpa-tmn

Deutschland hat eine neue Blitzhauptstadt: Mit einer Dichte von 1,23 Blitzen pro Quadratkilometer liegt Kaufbeuren im AllgĂ€u auf Platz eins des vom Blitz-Informationsdienst Aldis/Blids erstellten Rankings der Landkreise, Kreise und kreisfreien StĂ€dte, das der Deutschen Presse-Agentur vorab vorlag. Das sind außergewöhnlich wenige Blitze. Der Spitzenreiter des vergangenen Jahres - das oberbayerische Rosenheim - war da noch auf fast drei Blitze pro Quadratkilometer gekommen. 

Auch dieses Jahr finden sich unter den blitzreichsten StĂ€dten und Kreisen vor allem solche aus dem SĂŒden - insbesondere dem bayerischen Alpenvorland. Auf Platz zwei liegt Landsberg am Lech mit 1,09 Blitzen pro Quadratkilometer, auf Rang drei FĂŒrstenfeldbruck mit 1,03. Das Alpenvorland gilt als blitzreich - in den meisten Jahren findet sich dort die Blitzhauptstadt, weil das dortige GelĂ€nde die Entstehung von Gewittern begĂŒnstigt.

Nur eine wirklich alpenferne Stadt in der Spitzengruppe

In den Top Ten des Rankings findet sich dabei nur eine einzige wirklich alpenferne Stadt: das nordrhein-westfĂ€lische Mönchengladbach mit 0,98 Blitzen auf Rang vier. Dahinter folgen mit Dachau (0,93), OstallgĂ€u (0,86), OberallgĂ€u (0,84) und Rosenheim (0,83) weitere bayerische Landkreise auf den RĂ€ngen fĂŒnf bis acht. Neun und zehn gehen mit Sigmaringen (0,77) und dem Alb-Donau-Kreis (0,74) an Baden-WĂŒrttemberg. 

Wer Angst vor Blitzen hat, war dagegen 2025 in Kiel am sichersten. Dort zĂ€hlten die Experten insgesamt nur sechs Blitze - also 0,05 pro Quadratkilometer. Ebenfalls sehr blitzarm waren Magdeburg, NeumĂŒnster, Wilhelmshaven und Plön mit je 0,06 Blitzen pro Quadratkilometer. Auf 0,07 Blitze kamen Segeberg, Witmund, Schwerin und Herne. Vier der neun blitzĂ€rmsten StĂ€dte und Kreise finden sich damit in Schleswig-Holstein, zwei in Niedersachsen und je einer in NRW, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt. 

Auch auf Ebene der BundeslĂ€nder liegt der SĂŒden vorne: Bayern hat die höchste Blitzdichte mit 0,43 pro Quadratkilometer und mit rund 30.000 Blitzen auch die absolut höchste Zahl an Erdblitzen. Platz zwei ging an Baden-WĂŒrttemberg mit knapp 15.000 Blitzen. Deutschlandweiter Durchschnitt bei der Blitzdichte waren 0,28 Erdblitze pro Quadratkilometer. 

Der Blitz mag Feuchtigkeit und Hitze

2025 war insgesamt ein ungewöhnlich blitzarmes Jahr. Deutschlandweit waren es nur rund 100.000 Erdblitze - etwa halb so viele wie 2024. Diese Zahl war allerdings schon im Januar bekanntgeworden. WĂ€rme und Feuchtigkeit machen Blitze wahrscheinlicher, weswegen sie vor allem im Sommer auftreten, in besonders trockenen Jahren aber tendenziell seltener sind. 2025 war es dabei oft entweder zu kalt oder zu trocken fĂŒr starke BlitzaktivitĂ€t.

Die von Aldis/Blids erhobenen Zahlen unterscheiden sich von anderen Blitzstatistiken, die daher teilweise zu deutlich anderen Ergebnissen kommen. In der hier genannten Statistik zĂ€hlen nur Erdblitze - also EinschlĂ€ge und keine Entladungen in den Wolken. Zudem kommt es hĂ€ufig vor, dass durch einen Blitzkanal in kĂŒrzester Zeit mehrere Entladungen fließen. FĂŒr Beobachter sieht das wie ein Flackern des Blitzes aus. Fachleute unterscheiden hier zwischen einem «Flash» und mehreren «Strokes». Die Aldis/Blids-Statistik zĂ€hlt in diesem Fall einen Blitz, also «Flash».

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