Frau in Hamburg von Wolf gebissen â Tier aus Alster gezogen
30.03.2026 - 23:57:38 | dpa.de
Ein Wolf hat im Hamburger Bezirk Altona eine Frau gebissen und verletzt. Das bestĂ€tigte die Polizei der Deutschen Presse-Agentur am Abend. Polizeibeamte fingen den Wolf noch am spĂ€ten Abend in der Hamburger Innenstadt ein: Am Anleger an der Binnenalster zogen sie das Tier mit einer Schlinge aus dem Wasser, wie ein Sprecher des Lagezentrums schilderte.Â
Zuvor seien Hinweise von Anrufern eingegangen, die dort und an anderen Orten einen Wolf gesehen hatten. Der eingefangene Wolf sei abtransportiert und ĂŒbergeben worden, fĂŒr die nĂ€chsten Schritte sei die Umweltbehörde zustĂ€ndig.
Keine konkreten Angaben zu VerletzungenÂ
Wie schwer und wo die Frau durch den Wolf verletzt wurde, darĂŒber machte die Polizei zunĂ€chst keine weiteren Angaben. Zuvor hatten mehrere Medien ĂŒber den Vorfall berichtet.
Ob es sich bei dem eingefangenen Tier um den Wolf handelt, der am Wochenende unter anderem im Stadtteil Blankenese gesehen worden war, ist laut Polizei noch nicht sicher. Ein Sprecher der Leitstelle sagte, man halte es fĂŒr wahrscheinlich, da nicht von mehreren dieser Tiere im Stadtgebiet ausgegangen werde.
Sichtungen entlang der Elbvororte
Laut frĂŒheren Angaben der Umweltbehörde hatten mehrere Menschen seit Samstag einen Wolf gesichtet. ZunĂ€chst sei dieser in Parks entlang des Falkensteiner Ufers in Blankenese beobachtet worden, spĂ€ter auch weiter östlich in Nienstedten und Othmarschen. Der Wolfsexperte Norman Stier von der Technischen UniversitĂ€t Dresden habe spĂ€ter anhand eines Videos und eines Fotos aus der Bevölkerung bestĂ€tigt, dass es sich zweifelsfrei um einen Wolf handele.
Wölfe sind scheu
Wölfe gelten als scheu und weichen Menschen in der Regel aus. Nach Angaben des Landesamtes fĂŒr Umwelt in Bayern können vor allem Jungtiere neugierig auf Menschen reagieren. Zumeist ziehe sich ein Wolf aber langsam und gelassen zurĂŒck. Menschen sollten sich bei einer Begegnung ruhig verhalten, einen Hund anleinen, nicht weglaufen und dem Wolf auch nicht hinterherlaufen. Auf keinen Fall sollten Wölfe gefĂŒttert werden, um sie nicht an die NĂ€he von Menschen zu gewöhnen.
Das Bundesumweltministerium schreibt auf seiner Internetseite: «Es gehört zum normalen Verhalten der Wölfe, dass sie gelegentlich auch tagsĂŒber in Sichtweite von bewohnten GebĂ€uden entlanglaufen, nachts dann und wann Dörfer durchqueren oder am Dorfrand nach Nahrung suchen.»
Angriffe auf Menschen selten
Ăbergriffe auf Menschen seien aber sehr selten, heiĂt es mit Verweis auf eine 2002 vom Norwegischen Institut fĂŒr Naturforschung (NINA) veröffentlichte Studie. In der Vergangenheit gab es demnach nur wenige FĂ€lle, in denen gesunde Wölfe einen Menschen angegriffen haben. «Wolfsangriffe auf Menschen lassen sich vor allem auf drei Ursachen zurĂŒckfĂŒhren: Tollwut, Provokation und Futterkonditionierung.»
In Deutschland war im August 2023 ein achtjĂ€hriger Junge aus Schleswig-Holstein im Filmtierpark Eschede nahe Celle von einem Wolf in die Brust gebissen worden. Die Familie hatte eine sogenannte «Tierbegegnung» gebucht, bei der der Wolf zunĂ€chst an der Hand des Kindes schnupperte und dann aus nicht bekannten GrĂŒnden zuschnappte. Der Junge wurde mit einem Rettungswagen in ein Krankenhaus gebracht und nach ambulanter Behandlung entlassen.
Immer wieder Wölfe im Norden gesichtet
Bereits Ende Januar dieses Jahres war laut der Hamburger Umweltbehörde ein Wolf im Naturschutzgebiet Duvenstedter Brook gesichtet worden. Mitte MĂ€rz wurde demnach ein Wolf auf der Autobahn 25 von einem Fahrzeug ĂŒberfahren. Wölfe wurden der Umweltbehörde zufolge 2013 das erste Mal in Hamburg gesehen. Seitdem wurden immer wieder Wölfe gesichtet. Die Anzahl der bestĂ€tigten Tiere hĂ€ufte sich in den letzten Jahren. Vorwiegend werden die Tiere zwischen MĂ€rz und Mai gemeldet.
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