Zahl der Toten in Venezuela nach Erdbeben steigt weiter
03.07.2026 - 13:41:24 | dpa.deNach dem schweren Doppel-Erdbeben in Venezuela ist die Zahl der Todesopfer auf mindestens 2.595 gestiegen. Dies teilte die geschĂ€ftsfĂŒhrende PrĂ€sidentin Delcy RodrĂguez am Donnerstagabend (Ortszeit) auf einer Pressekonferenz in Caracas mit. Das sind 300 mehr als am Mittwoch angegeben. Zudem gibt es mehr als 11.000 Verletzte. Tausende weitere Menschen werden noch vermisst.Â
FĂŒr den Wiederaufbau möchte die Regierung einen ersten Fonds von 200 Millionen Dollar (knapp 175 Millionen Euro) einrichten. Die Gelder dafĂŒr werde der Internationale WĂ€hrungsfonds (IWF) freigeben, sagte die PrĂ€sidentin.Â
Mehr als 1.000 GebÀude zerstört oder beschÀdigt
FĂŒr internationale Geldspenden sei zudem ein Konto bei der Lateinamerikanischen Entwicklungsbank eingerichtet worden. Auch dieses Geld solle vor allem in den Wiederaufbau flieĂen.Â
Nach Angaben von RodrĂguez wurden bei den Beben vom 24. Juni nach bisherigen Erkenntnissen 189 GebĂ€ude komplett zerstört und mindestens 855 weitere beschĂ€digt. Auch KrankenhĂ€user seien darunter. BrĂŒcken und StraĂen seien ebenfalls betroffen.
In dem am meisten betroffenen Bundesstaat La Guaira an der KaribikkĂŒste seien auch fast alle örtlichen Regierungsvertreter ums Leben gekommen. «Die Lage ist dramatisch», sagte die PrĂ€sidentin. Zugleich wies sie Kritik zurĂŒck, staatliche Stellen hĂ€tten bei der Katastrophenhilfe versagt. Tausende MilitĂ€rs und zivile Helfer hĂ€tten sich an den Rettungsarbeiten beteiligt.Â
Vielmehr seien absichtlich Falschinformationen gestreut worden, um zusĂ€tzlich Chaos zu sĂ€en, etwa mit fingierten Tsunami-Warnungen. Die Urheber dieser Falschmeldungen seien bereits identifiziert worden, sagte RodrĂguez, ohne Details zu nennen.Â
Seit dem Doppelbeben der StÀrken 7,2 und 7,5 gab es nach offiziellen Angaben 862 Nachbeben. Deren HÀufigkeit und StÀrke nehme zwar ab, die Gefahr eines weiteren starken Bebens sei jedoch nicht vollstÀndig gebannt.
