Psychische Erkrankungen: Top-Klinikgrund bei 10-17-JĂ€hrigen
13.07.2023 - 11:28:11Psychische Erkrankungen und Verhaltensstörungen waren im Jahr 2021 die hĂ€ufigste Ursache fĂŒr stationĂ€re Krankenhausbehandlungen von Ă€lteren Kindern und Jugendlichen. Knapp 81.000 der rund 427.600 Krankenhauspatientinnen und -patienten im Alter von 10 bis 17 Jahren wurden deshalb stationĂ€r behandelt, teilte das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mit. Das entsprach 19 Prozent aller Krankenhausbehandlungen in dieser Altersgruppe.
Mit gut 79.700 FĂ€llen (ebenfalls 19 Prozent) waren Verletzungen und Vergiftungen 2021 der zweithĂ€ufigste Grund fĂŒr einen Klinikaufenthalt von Kindern und Jugendlichen, gefolgt von Symptomen, bei denen keine spezifischere Diagnose gestellt werden konnte (11 Prozent). Darunter fallen etwa Bauch- und Beckenschmerzen, Ohnmacht und Kollaps oder Kopfschmerzen.
Depressionen hÀufigster Behandlungsgrund
Der hÀufigste Behandlungsgrund psychisch erkrankter Kinder und Jugendlicher waren Depressionen (gut 21.900 FÀlle). Zu den psychischen Erkrankungen und Verhaltensstörungen zÀhlen auch solche, die durch Alkohol bedingt sind. Sie umfassen unter anderem Folgen von Alkoholmissbrauch und akuten Alkoholvergiftungen. Mit 9300 FÀllen waren die alkoholbedingten Behandlungen die zweithÀufigste Diagnose bei psychisch erkrankten 10- bis 17-JÀhrigen, gefolgt von Reaktionen auf schwere Belastungen und Anpassungsstörungen (7700).
Der Anteil von Behandlungen wegen psychischer Erkrankungen an allen Krankenhausaufenthalten von Kindern und Jugendlichen steigt dem Bundesamt zufolge kontinuierlich. So kamen 2011 noch 75.200 der insgesamt gut 588.300 Patienten im Alter von 10 bis 17 Jahren wegen psychischer Erkrankungen ins Krankenhaus. Mit einem Anteil von 13 Prozent war das nach Verletzungen und Vergiftungen (20 Prozent) der zweithĂ€ufigste Grund. Gleiches gilt fĂŒr das Vor-Corona-Jahr 2019 mit einem Anteil von 16 Prozent, auch wenn in absoluten Zahlen etwas mehr Kinder wegen psychischen Erkrankungen und Verhaltensstörungen als in 2021 behandelt wurden.
Insgesamt zeigt sich ein RĂŒckgang der stationĂ€ren Krankenhausbehandlungen bei den 10- bis 17-JĂ€hrigen von gut 533.400 im Vor-Corona-Jahr 2019 auf rund 427.600 im Jahr 2021. Das ist dem Bundesamt zufolge auf die Pandemie zurĂŒckzufĂŒhren. Die hohe Auslastung der KrankenhĂ€user durch Covid-19-Patienten, das Freihalten von BettenkapazitĂ€ten und verschĂ€rfte Hygienekonzepte haben demnach dazu gefĂŒhrt, dass planbare Behandlungen verschoben wurden. Zudem hĂ€tten vermutlich viele Menschen Krankenhausaufenthalte vermieden, wenn sie diese nicht als unbedingt notwendig erachteten.


