Abkühl-Sofortprogramm, Grüne

Abkühl-Sofortprogramm: Grüne fordern Klima-Solar-Anlagen für Kliniken

29.06.2026 - 19:17:02 | boerse-global.de

Extreme Hitze belastet Arbeitsplätze in Kliniken und Büros. Die Politik reagiert mit Forderungen nach einem staatlichen Förderprogramm für nachhaltige Kühlung.

Hitzewelle in Deutschland: Politik fordert Schutzprogramm für Arbeitsplätze
Abkühl-Sofortprogramm - Ein Thermometer zeigt extreme Hitze an, im Hintergrund verschwommen Büroangestellte oder ein Krankenhausflur. 29.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Am vergangenen Wochenende kochte Deutschland – und mit ihm die Diskussion über Hitzeschutz am Arbeitsplatz. Beschäftigte berichten von kritischen Zuständen in Büros, Kliniken und Pflegeheimen. Die Politik fordert ein „Abkühl-Sofortprogramm“.

Ventilatoren sind keine Lösung

Schon Mitte Juni warnte die IG Metall: Herkömmliche Ventilatoren verteilen Staub, Pollen und Aerosole im Raum. Für Allergiker wird die Zugluft schnell zur Gesundheitsgefahr.

Die Gewerkschaft setzt stattdessen auf bauliche Maßnahmen: Jalousien runter, nachts lüften, elektrische Geräte nur bei Bedarf nutzen. Ventilatoren? Sollten auf Einzelbüros beschränkt bleiben.

33 Grad auf der Intensivstation

Besonders dramatisch war die Lage im Gesundheitswesen. An der Berliner Charité maßen Pflegekräfte Temperaturen bis zu 33 Grad auf den Intensivstationen. In manchen Kliniken sind Ventilatoren verboten, Klimaanlagen fehlen – oder fallen aus, wie in einer DRK-Klinik im OP-Bereich.

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Das Problem: Denkmalschutz verhindert oft die Installation von Jalousien. Das Unfallkrankenhaus Berlin reagierte mit 3.000 Kühltüchern und einer Klimamanagerin. Andere Träger wie Vivantes wollen nachrüsten. Der Berliner Senat hatte die Investitionsmittel zuvor von 200 auf 145 Millionen Euro gekürzt.

Grüne fordern „Abkühl-Sofortprogramm“

Am 28. Juni legte Katharina Dröge, Fraktionschefin der Grünen, nach. Sie fordert staatliche Förderung für Klima-Solar-Anlagen – eine Kombination aus Klimatisierung und Photovoltaik. Ziel: Krankenhäuser, Pflegeheime, Kitas und Schulen nachhaltig kühlen.

Kritik kommt auch aus Brüssel. In der EU-Kommission bemängelten Beamte die ungleiche Verteilung: Während Kommissare in klimatisierten Büros sitzen, arbeiten einfache Angestellte im Berlaymont-Gebäude bei über 30 Grad ohne Kühlung.

Infrastruktur leidet unter Extremtemperaturen

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Die Hitzewelle legte weite Teile des Landes lahm. In Leipzig fiel der Straßenbahnverkehr aus. Auf den Autobahnen A2, A14 und A115 sorgten Hitzeschäden für Sperrungen. Die Deutsche Bahn riet von Reisen ab – rund 600 Passagiere strandeten.

Hamburg Wasser meldete einen Jahreshöchstwert: 412,2 Millionen Liter Trinkwasser an einem Tag.

Die WHO verzeichnet seit dem 21. Juni mehr als 1.300 Hitzetote in Europa. Experten warnen: Der Kontinent erwärmt sich etwa doppelt so schnell wie der globale Durchschnitt. Langfristige Anpassungen der Arbeitswelt sind unvermeidbar.

Eine erste Abkühlung brachte der Montag: Temperaturen zwischen 25 und 29 Grad.

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