Gesundheit, Steuern

GrĂŒnderverband erwartet GeschĂ€ftsaufgaben wegen Gesundheitsreform

16.04.2026 - 01:00:00 | dts-nachrichtenagentur.de

Angesichts der PlĂ€ne von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) zur Abschaffung der kostenlosen Mitversicherung fĂŒr Ehepartner warnt der Verband der GrĂŒnder und SelbststĂ€ndigen Deutschland (VGSD) vor einer Welle von GeschĂ€ftsaufgaben und einem RĂŒckzug in das Angestelltendasein.

Krankenhaus (Archiv) - Foto: via dts Nachrichtenagentur
"Wir gehen davon aus, dass die Zahl der nebenberuflich SelbststĂ€ndigen und der entsprechenden GrĂŒndungen deutlich abnimmt", sagte der Vorstandsvorsitzende des VGSD, Andreas Lutz, der "Neuen OsnabrĂŒcker Zeitung" (Donnerstagausgabe).

Hintergrund ist das Vorhaben der Bundesregierung, zur Sanierung der Krankenkassen die beitragsfreie Familienversicherung fĂŒr Ehepartner weitgehend zu streichen, wovon insbesondere auch SelbststĂ€ndige betroffen wĂ€ren, die weniger als 565 Euro im Monat verdienen. Lutz befĂŒrchtet, dass viele Betroffene ihre berufliche UnabhĂ€ngigkeit aufgeben mĂŒssen, um die Kostenlast zu bewĂ€ltigen. Viele stĂŒnden dann vor der Wahl, entweder den Traum vom eigenen Business aufzugeben und in einen abhĂ€ngigen Midijob zu flĂŒchten oder die SelbststĂ€ndigkeit massiv auszubauen, was oft mit familiĂ€ren Verpflichtungen kollidieren wĂŒrde, sagte er.

"SelbststĂ€ndige zahlen als freiwillig Versicherte rund 240 Euro Mindestbeitrag nur fĂŒr die Kranken- und Pflegeversicherung. Bei 650 Euro Gewinn blieben ihnen nach Abzug der Krankenversicherung 410 Euro, nach Abzug der einkommensabhĂ€ngigen Rentenversicherung dann noch 290 Euro netto", rechnet der VGSD-Vorstand vor. Angestellte in einem vergleichbaren Midijob wĂŒrden nach Abzug der Sozialabgaben hingegen ĂŒber rund 633 Euro verfĂŒgen.

Um diese soziale Schieflage zu verhindern, drĂ€ngt der Verband auf eine grundlegende Reform der Beitragslogik. "Wenn die Familienversicherung fĂ€llt, muss im Gegenzug eine faire, einkommensabhĂ€ngige Beitragsbemessung eingefĂŒhrt werden", forderte Lutz.

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