LĂ€nder und Kommunen sind bei Wohngeld-Bearbeitung ĂŒberlastet
25.01.2024 - 06:41:49"Es braucht dringend Vereinfachungen und EntbĂŒrokratisierung beim Wohngeld, damit alle BĂŒrgerinnen und BĂŒrger die ihnen zustehende Leistung schnell erhalten", sagte der Vorsitzende der Bauministerkonferenz und bayerische Ressortchef Christian Bernreiter der "Augsburger Allgemeinen" (Donnerstag). Die Reform der Bundesregierung vor einem Jahr, mit der der Kreis der berechtigten Haushalte von 595 000 im Jahr 2021 auf zwei Millionen ausgeweitet werden sollte, sei richtig, mĂŒsse aber praxistauglich umgesetzt werden, sagte der CSU-Politiker.
Auch der HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer des StĂ€dte- und Gemeindebunds, AndrĂ© Berghegger, verlangte in der Zeitung schnelle Vereinfachungen. Die AblĂ€ufe mĂŒssten durchgĂ€ngig digitalisiert und aufeinander abgestimmt werden. "Dies zeigt unter anderem eine nach wie vor zu beobachtende Flut von PapierantrĂ€gen." Viele Kommunen erlieĂen fĂŒr bedĂŒrftige Mieterhaushalte Kurzbescheide fĂŒr Vorschusszahlungen. Doch auch hier entstehe ein weiterer hoher Arbeitsaufwand fĂŒr die erforderlichen NachprĂŒfungen.
Allein in MĂŒnchen sei die Zeit bis zur endgĂŒltigen Genehmigung der WohngeldantrĂ€ge auf fast zwei Jahre gestiegen, obwohl dort fĂŒr die Reform rund 60 neue Vollzeitstellen geschaffen worden seien, schreibt die Zeitung unter Berufung auf das Sozialreferat der Stadt.
Den Wohngeld-Zuschuss erhalten BĂŒrger, die im VerhĂ€ltnis zu ihren Wohnkosten nur ĂŒber ein geringes Einkommen verfĂŒgen. Das komplizierte Antragsverfahren fĂŒr Wohngeld, das oft nach einem Jahr neu beantragt werden muss, gilt unter Experten auch als Hindernis zum Beispiel fĂŒr Ă€ltere Menschen, ĂŒberhaupt die staatliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.

