Arbeitsmarkt, Druck

Arbeitsmarkt unter Druck: VW plant 50.000 weitere Stellenabbau

Veröffentlicht: 14.07.2026 um 00:48 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Volkswagen plant 50.000 weitere Stellenstreichungen, Eichbaum schließt nach 347 Jahren und Salzgitter baut 2.000 Jobs ab.

Deutscher Arbeitsmarkt: VW, Eichbaum und Salzgitter bauen massiv Stellen ab
Ein Fabrikarbeiter steht allein in einer leeren Produktionshalle, symbolisiert Arbeitsplatzverlust und Unternehmensschließungen in Deutschland. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Gleich mehrere Großunternehmen haben drastische Einschnitte angekündigt – oder stehen kurz davor.

VW-Chef nennt erstmals konkrete Zahlen

Volkswagen steht offenbar vor einer zweiten großen Stellenabbau-Welle. Konzernchef Oliver Blume hat intern am 13. Juli 2026 erstmals konkrete Zahlen genannt: Weltweit könnten rund 50.000 weitere Arbeitsplätze wegfallen. Der Grund: Die Gemeinkosten liegen laut Unternehmensführung rund 20 Prozent über dem Niveau der Wettbewerber.

Dieser zusätzliche Abbau käme zu den bereits vereinbarten 50.000 Stellen hinzu, die bis 2030 gestrichen werden sollen. Von diesem ersten Paket sind 37.000 Vereinbarungen unterzeichnet – etwa 27.000 Beschäftigte sollen den Konzern noch dieses Jahr verlassen.

Besonders gefährdet sind die Standorte Emden, Hannover, Zwickau und Neckarsulm. Für sie gibt es keine gesicherte Auslastung über die Jahre 2031 bis 2034 hinaus. Blume betonte jedoch, dass intelligente Lösungen gegenüber Werksschließungen bevorzugt würden.

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Ein erstes Sparpaket war erst am 10. Juli vom Aufsichtsrat abgelehnt worden. Die Verhandlungen ziehen sich nun über die Sommermonate hin.

Eichbaum: Nach 347 Jahren ist Schluss

Noch härter trifft es die Mannheimer Privatbrauerei Eichbaum. Nach über drei Jahrhunderten Firmengeschichte steht das Unternehmen vor dem Aus. Die Rettung durch einen Investor ist endgültig gescheitert, wie die Brauerei am 13. Juli mitteilte.

Alle rund 240 Beschäftigten erhalten betriebsbedingte Kündigungen. Eichbaum befand sich seit Oktober 2025 in einem Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung. Zwar hatten die Gläubiger im März 2026 einem Fortführungskonzept zugestimmt – doch Sanierungslösungen erwiesen sich letztlich als nicht umsetzbar.

Der Betrieb soll geordnet bis Ende September abgewickelt werden. Die Markenrechte für das Produkt Karamalz sind bereits an die Brauerei Veltins verkauft. Für das Betriebsgelände in Mannheim wird das benachbarte Universitätsklinikum als potenzieller Käufer gehandelt. Betriebsrat und Gewerkschaft NGG fordern nun einen schnellen Sozialplan.

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Salzgitter baut 2.000 Stellen ab

Auch in der Schwerindustrie geht es rund. Der Stahlkonzern Salzgitter hat Anfang Juli die vollständige Übernahme der Hüttenwerke Krupp Mannesmann (HKM) in Duisburg abgeschlossen. Die Folge: eine tiefgreifende Restrukturierung.

Bis Ende 2028 sollen rund 2.000 der bislang 3.000 Arbeitsplätze wegfallen. Gleichzeitig investiert Salzgitter in einen Elektrolichtbogenofen, um die CO2-Emissionen massiv zu senken.

NEFF-Standort: Hoffnung für 600 Jobs

Für den Standort der Marke NEFF in Bretten zeichnet sich derweil eine mögliche Perspektive ab. Der BSH-Konzern prüft Optionen, die Produktion von Dunstabzugshauben durch einen externen Partner fortzuführen. Ursprünglich war die Schließung für Frühjahr 2028 vorgesehen.

Laut Betriebsrat könnten durch einen Verkauf etwa 600 der insgesamt 1.000 Arbeitsplätze erhalten bleiben. Eine endgültige Einigung mit potenziellen Käufern steht aber noch aus.

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