Volkswagen-Krise: Bis zu 50.000 weitere Jobs in Gefahr
Veröffentlicht: 14.07.2026 um 00:48 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Konzernchef Oliver Blume informierte die Belegschaft über den möglichen Wegfall von bis zu 50.000 zusätzlichen Arbeitsplätzen weltweit.
Die neuen Streichungen kämen zu den bereits vereinbarten 50.000 Stellen hinzu, die bis 2030 wegfallen sollen. Allein 35.000 davon entfallen auf die Kernmarke VW.
Kostendruck und Produktionskürzungen
Als Hauptgrund nannte Blume die hohen Gemeinkosten. Diese liegen bei VW rund 20 Prozent über dem Niveau der Wettbewerber. Um die Lücke zu schließen, seien Einsparungen von etwa 11 Milliarden Euro nötig.
Der tatsächliche Umfang des Personalabbaus hänge von Einsparungen in anderen Bereichen und der Entwicklung der Arbeitskosten ab, so Blume.
Die strategische Neuausrichtung sieht eine Verschlankung des Geschäfts vor. Die Modellpalette soll um bis zu 50 Prozent schrumpfen. Die jährliche Produktion wird auf neun Millionen Fahrzeuge begrenzt.
Hintergrund ist ein massiver Gewinneinbruch. Das operative Ergebnis fiel 2025 von 19,1 Milliarden auf 8,9 Milliarden Euro. Zur Liquiditätssicherung verkaufte VW bereits die Beteiligung Everllence für 7,4 Milliarden Euro.
Ungewissheit für deutsche Werke
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Besonders brisant: Mehrere deutsche Standorte haben keine gesicherte Zukunft. Für Zwickau, Emden, Hannover und Neckarsulm fehlt eine wettbewerbsgerechte Belegung für die 2030er-Jahre.
Blume bevorzugt zwar „intelligente Lösungen“ vor Werkschließungen – ganz ausschließen wollte er sie aber nicht.
Der laufende Transformationsprozess ist bereits weit fortgeschritten. Von den ursprünglich geplanten 50.000 Stellenstreichungen sind 37.000 Vereinbarungen unterzeichnet. Bis Jahresende sollen 27.000 Beschäftigte das Unternehmen verlassen.
Kritik von Betriebsrat und Aufsichtsrat
Die Ankündigungen sorgen für heftige Gegenwehr. Betriebsratschefin Daniela Cavallo kritisierte die mangelnde Kommunikation des Vorstands. Die Situation sei für die Mitarbeiter „kaum mehr auszuhalten“.
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Auch der Aufsichtsrat lehnte das Sparpaket und den Zukunftsplan in der vorliegenden Form ab.
Der Kapitalmarkt reagierte dennoch verhalten positiv. Die VW-Aktie stieg nach der Meldung zeitweise um 0,87 Prozent auf 71,60 Euro.
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