ROUNDUP, Deutschland

Deutschland und Polen wollen Zusammenarbeit vertiefen

04.06.2025 - 19:01:08 | dpa.de

Außenminister Johann Wadephul und sein polnischer Kollege Radoslaw Sikorski wollen die Zusammenarbeit beider LĂ€nder ungeachtet des Siegs von EU-Skeptiker Karol Nawrocki bei der PrĂ€sidentschaftswahl im Nachbarland vorantreiben.

"Ich gehe davon aus, dass wir weiterhin sehr eng und freundschaftlich zusammenarbeiten", sagte Wadephul (CDU) bei einem Treffen mit Sikorski in Berlin. "Unsere Verbindungen sind so stark, dass demokratische Wahlen hier wie dort das in keiner Weise infrage stellen."

Dies gelte auch fĂŒr die gemeinsame Kooperation mit Frankreich im Format des Weimarer Dreiecks etwa fĂŒr die UnterstĂŒtzung der Ukraine, sagte Wadephul. Der von der rechtskonservativen PiS unterstĂŒtzte Nawrocki hatte auch mit antideutschen und antieuropĂ€ischen Tönen Wahlkampf gemacht.

Die deutsch-polnische Zusammenarbeit sei so eng und fest, dass er keinen Zweifel daran habe, dass auch die gemeinsamen Zukunfts- und Verteidigungsprojekte realisiert werden könnten, sagte Wadephul. In Polen sei demokratisch gewĂ€hlt worden. Deutsche und Polen seien Freunde - "und das wollen wir fortsetzen", sagte der deutsche Außenminister.

Sikorski betont nach Nawrocki-Wahl ZustĂ€ndigkeit fĂŒr Außenpolitik

Sikorski nannte es ein Zeichen der Demokratie, dass ein Vertreter der Opposition die PrĂ€sidentschaftswahl in Polen gewonnen habe. Ähnlich wie in Deutschland sei der PrĂ€sident in Polen nicht Regierungschef, sondern ein ReprĂ€sentant Polens im Ausland. Er fĂŒhre die Politik aus, die von der Regierung vorgegeben werde. Zwar habe der PrĂ€sident in Polen mehr Befugnisse als der deutsche PrĂ€sident, da er auch ein Vetorecht habe. "Aber fĂŒr den Bereich der Außenpolitik ist die Regierung zustĂ€ndig."

Wadephul: Verteidigung und Infrastruktur zentrale Themen

Wadephul betonte als zentrale Themen fĂŒr einen Ausbau der Zusammenarbeit die europĂ€ische Luftverteidigung als Sicherheitsversprechen fĂŒr die BĂŒrger. Zudem wolle man die europĂ€ische RĂŒstungskooperation voranbringen. Dazu brauche es "konkrete Projekte, Industriepartnerschaften und politischen Willen, der nicht an Landesgrenzen Halt macht". Zu einem wehrhaften Europa gehöre auch eine leistungsfĂ€hige Infrastruktur. Straßen, Schienen und BrĂŒcken seien "nicht nur Verkehrswege, sondern Lebensader unserer Sicherheit auch zwischen Deutschland und Polen". Zugleich verbesserten diese Investitionen konkret den Alltag der Menschen in Polen, Deutschland und ganz Europa.

Die zwei Außenminister sprachen auch beim Deutsch-Polnischen Forum in der polnischen Botschaft. Diese bilaterale Konferenz zum deutsch-polnischen VerhĂ€ltnis wurde erstmals seit sieben Jahren wieder veranstaltet. Sikorski gab sich ĂŒberzeugt, "dass Polen und Deutschland Europa gemeinsam durch diese schwierigen Zeiten fĂŒhren können". Auch Wadephul betonte die "gemeinsame Verantwortung fĂŒr Frieden, Sicherheit und Wohlstand in Europa".

Eine geografische Gemeinschaft der Außenminister

Um das gute VerhĂ€ltnis zu unterstreichen, berichtete Wadephul von einer geografischen Verbindung zu seinem polnischen Kollegen. Seine Großmutter sei 1910 in der Kleinstadt Nakel an der Netze (poln.: Naklo na Notecia) nahe Bromberg/Bydgoszcz geboren. Dies habe er bei der ersten Begegnung in Warschau erzĂ€hlt. Darauf habe Sikorski, der aus Bydgoszcz stammt, ein Foto auf seinem Handy gezeigt: Dies sei sein Haus im Umland der Stadt - nur wenige Kilometer von Naklo entfernt.

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