Autoindustrie-Krise: Mercedes, VW, BMW planen Massenabbau
28.06.2026 - 20:08:48 | boerse-global.de
Die Gewinne brechen ein, die Absätze schwächeln – und die Arbeitnehmervertreter laufen Sturm.
Mercedes-Benz setzt auf Produktivitätsoffensive und Mehrarbeit
Der Stuttgarter Autobauer verschärft seinen Sparkurs deutlich. Die Konzernführung fordert unbezahlte Mehrarbeit: Eine 35-Stunden-Woche ohne Lohnausgleich steht im Raum. Zudem soll der sogenannte Transformationsbaustein – 18,4 Prozent eines Monatsgehalts – erst 2027 ausgezahlt werden.
Personalchefin Seeger betont die Notwendigkeit, alle Ausgaben zu prüfen. Für Führungskräfte sind Nullrunden vorgesehen. Parallel plant das Unternehmen, Teile der Produktion und Verwaltung ins Ausland zu verlagern.
Der Betriebsrat kritisiert die Pläne scharf. Die Arbeitnehmervertreter werfen der Konzernleitung einseitige Entscheidungen vor. Im Herbst 2026 stehen Tarifverhandlungen an – sie dürften zum Showdown werden.
Hintergrund: Der operative Gewinn von Mercedes-Benz brach 2025 um 57 Prozent auf 5,82 Milliarden Euro ein. Im ersten Quartal 2026 fielen die Verkäufe in China um 27 Prozent.
Angesichts einseitiger Sparpläne der Konzernleitung müssen Betriebsräte ihre Mitbestimmungsrechte genau kennen, um die Interessen der Belegschaft wirksam zu vertreten. Dieser kostenlose Ratgeber zeigt Ihnen, wie Sie das Betriebsverfassungsgesetz als starkes Verhandlungsinstrument nutzen. Das Herzstück der Mitbestimmung jetzt kostenlos entdecken
Volkswagen plant Stellenabbau bis 2030
Auch bei Volkswagen spitzt sich die Lage zu. Das Programm „Zielbild 2030" sieht den Abbau von bis zu 100.000 Stellen weltweit vor. Besonders betroffen: die Standorte Hannover, Zwickau, Emden und Neckarsulm.
Der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende Jürgen Mahnkopf spricht von einem Vertrauensbruch gegenüber der Belegschaft.
Die wirtschaftliche Grundlage: Der Konzerngewinn sank 2025 um 44 Prozent auf 6,9 Milliarden Euro. Der Aufsichtsrat tagt voraussichtlich am 9. Juli 2026, um über die strategische Ausrichtung zu beraten.
Wenn massive Stellenstreichungen und Umstrukturierungen drohen, ist ein rechtssicher verhandelter Sozialplan für die Betroffenen existenziell. Erfahren Sie in diesem Gratis-Leitfaden, wie Sie bei Interessenausgleich und Sozialauswahl das Beste für Ihre Kollegen herausholen. Kostenlosen Ratgeber für Sozialplan-Verhandlungen sichern
BMW senkt Margenprognose und baut Stellen ab
Der Münchner Autobauer schließt sich dem Sparkurs an. BMW senkte seine Margenprognose auf 1 bis 3 Prozent. Weltweit sollen fünf Prozent der Stellen wegfallen – rund 7.700 Arbeitsplätze.
Der EU-Gesamtmarkt zeigte sich im Mai mit einem Plus von 3,6 Prozent zwar leicht erholt. Doch die schwachen Vorjahresergebnisse und der Transformationsdruck belasten die deutschen Hersteller massiv.
Während die Unternehmen auf Kostensenkungen drängen, fordern Arbeitnehmervertreter und Politik Sofortprogramme zur Stabilisierung der Lage. Die Fronten sind verhärtet – und die Tarifverhandlungen im Herbst werden zur Zerreißprobe.
