Lebensmittel, Mittelstand

Netzentgelt-Reform: ErnĂ€hrungsindustrie fordert verlĂ€ssliche Anreize fĂŒr Elektrifizierung und FlexibilitĂ€t

06.07.2026 - 11:35:24 | presseportal.de

Berlin - VerbÀndeallianz warnt vor Fehlanreizen bei der Reform und legt gemeinsamen Anforderungskatalog an neue Netzentgelte vor.

Netzentgelt-Reform: ErnĂ€hrungsindustrie fordert verlĂ€ssliche Anreize fĂŒr Elektrifizierung und FlexibilitĂ€t - Bild: presseportal.de
Netzentgelt-Reform: ErnĂ€hrungsindustrie fordert verlĂ€ssliche Anreize fĂŒr Elektrifizierung und FlexibilitĂ€t - Bild: presseportal.de

Die VerbÀndeallianz Energieintensive ErnÀhrungsindustrie, ein Zusammenschluss aus 17 WirtschaftsverbÀnden, mahnt bei der Reform der Allgemeinen Netzentgeltsystematik Strom (AgNes) zur Vorsicht. Falsche regulatorische Anreize gefÀhrden notwendige Investitionen in Elektrifizierung, Eigenversorgung und FlexibilitÀt der Betriebe. Die Allianz fordert in einem gemeinsamen Positionspapier eine Netzentgeltsystematik, die tatsÀchliche Netzdienlichkeit honoriert und mittelstÀndische Unternehmen fair behandelt.

"Die Netzentgeltreform ist nicht nur eine energiepolitische, sondern auch eine industrie- und versorgungspolitische SchlĂŒsselentscheidung. Wer Elektrifizierung politisch fordert, darf Unternehmen nicht gleichzeitig ĂŒber die Netzentgelte ausbremsen. Die Reform muss Investitionen in klimafreundliche Technologien anreizen und netzdienliches Verhalten gezielt honorieren. Nur so lassen sich WettbewerbsfĂ€higkeit, Versorgungssicherheit und Klimaschutz gleichermaßen stĂ€rken", erklĂ€rt Dr. Bernhard J. Simon, Vorsitzender der Bundesvereinigung der Deutschen ErnĂ€hrungsindustrie.

Die sechs Kernforderungen der VerbÀndeallianz lauten:

"Besonders bei der ProzesswĂ€rme haben wir in der energieintensiven ErnĂ€hrungsindustrie große Potentiale in der Flexibilisierung. Die Netzentgelte können Anreiz schaffen, in hybride Anlagen und thermische Speicher zu investieren. Hierdurch werden unsere Unternehmen in die Lage versetzt, flexibel zwischen Gas und Strom wechseln und so einen wichtigen Beitrag zur NetzstabilitĂ€t sowie zur Senkung der Netzentgelte leisten. Wir sind starke Partner der Energiewende!", betont OVID-PrĂ€sidentin Jaana Kleinschmit von Lengefeld. "Diese Potenziale mĂŒssen gefördert und dĂŒrfen nicht durch neue HĂŒrden und ungeeignete Netzentgelte blockiert werden."

Das Positionspapier ist hier abrufbar.

Hintergrund

Die deutsche ErnĂ€hrungsindustrie sichert die flĂ€chendeckende Versorgung in Deutschland und Europa. Mit knapp 6.100 Betrieben, einem Jahresumsatz von rund 241 Milliarden Euro und mehr als 670.000 BeschĂ€ftigten ist sie nach Umsatz der drittgrĂ¶ĂŸte Industriezweig Deutschlands. Als stark mittelstĂ€ndisch geprĂ€gte Branche, in der rund 90 Prozent dem KMU-Sektor angehören, verantwortet sie etwa zehn Prozent des industriellen Energieverbrauchs und weist den drittgrĂ¶ĂŸten Strombedarf des verarbeitenden Gewerbes auf. Laut Fraunhofer ISI-Studie "FlexErnĂ€hrungsindustrie" ist die Elektrifizierung vieler Prozesse technisch machbar. Hohe Energiekosten und fehlende Investitionssicherheit bremsen die wirtschaftliche Umsetzung jedoch aus.

Die Allianz Energieintensive ErnĂ€hrungsindustrie ist ein Zusammenschluss von 17 VerbĂ€nden. Diese Branchen verfĂŒgen ĂŒber energieintensive Produktionsprozesse und sichern tĂ€glich die Versorgung mit Lebensmitteln.

Pressekontakt:

Cornelia Schröpfer
OVID Verband der ölsaatenverarbeitenden
Industrie in Deutschland e. V.
Am Weidendamm 1A, 10117 Berlin
Tel: +493072625932
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