Betriebliche Gesundheit: Psychische Erkrankungen steigen um 6,9 Prozent
03.07.2026 - 09:40:10 | boerse-global.de
Der FachkrÀftebedarf im Betrieblichen Gesundheitsmanagement wÀchst.
Politik will strengere Regeln, Praxen warnen vor Ăberlastung
Anfang Juli rĂŒckte die betriebliche Gesundheitspolitik durch PlĂ€ne des Koalitionsausschusses in den Fokus. Die Bundesregierung erwĂ€gt eine AU-Pflicht ab dem ersten Krankheitstag und die Abschaffung der telefonischen Krankschreibung. Hintergrund: Der hohe Krankenstand 2025 mit durchschnittlich 19,5 Fehltagen pro Kopf und einer Quote von 5,4 Prozent, so die DAK.
Doch Experten von IGES und DAK betonen: Ein direkter Zusammenhang zwischen dem Verfahren der Krankschreibung und der Höhe des Krankenstands sei nicht nachweisbar. Die KassenĂ€rztliche Bundesvereinigung warnt vor einer Ăberlastung der Praxen, sollte die AU-Pflicht kommen.
PrÀvention als wirksamerer Hebel
Statt auf bĂŒrokratische HĂŒrden setzen Unternehmen zunehmend auf PrĂ€vention. Die Hauptursachen fĂŒr ArbeitsunfĂ€higkeit: Atemwegserkrankungen, Muskel-Skelett-Beschwerden und psychische Erkrankungen â letztere mit einem Zuwachs von 6,9 Prozent.
Die Betriebe reagieren mit spezialisierten Konzepten. Dazu gehören Angebote zur gesunden ErnĂ€hrung, etwa wasserreiche Lebensmittel und mehrere kleine Mahlzeiten bei Hitzeperioden. Solche MaĂnahmen werden ĂŒber Workshops oder Anpassungen in der Betriebsgastronomie ins BGM integriert.
Neue Qualifizierungswege fĂŒr Gesundheitsexperten
Die 6,9% mehr psychische Erkrankungen sind kein Zufall â und die geplante AU-Pflicht ab Tag 1 wird den Druck auf HR-Abteilungen weiter erhöhen. Statt auf BĂŒrokratie setzen Vorreiter auf PrĂ€vention. Dieser Report zeigt Ihnen die 5 wirksamsten BGM-MaĂnahmen gegen psychische Belastung, den rechtssicheren Umgang mit den neuen AU-Regeln und einen Qualifizierungsplan zum BGM-Experten in 3 Modulen. Jetzt kostenlosen BGM-PrĂ€ventions-Report anfordern
Der Bedarf an Fachpersonal spiegelt sich in neuen Bildungsangeboten wider. Zum 1. Juli starteten an der APOLLON Hochschule zwei Zertifikatskurse. Sie richten sich an FachkrÀfte, die sich in Umweltgefahren, Gesundheitsschutz und berufspÀdagogischen Grundlagen spezialisieren wollen. Risikobewertung, Krisenvorsorge und Planung von Bildungsangeboten stehen im Fokus.
Auch SozialversicherungstrĂ€ger suchen Personal. Der Medizinische Dienst Baden-WĂŒrttemberg schrieb Anfang Juli Stellen im Prozessmanagement aus â zur Optimierung der organisatorischen Rahmenbedingungen.
Demografie und spezifische Vorsorge
Der demografische Wandel treibt den FachkrĂ€ftebedarf zusĂ€tzlich. Matthias Kempf, PrĂ€sident des Bundesverbands der Personalmanager, betont die Bedeutung Ă€lterer Arbeitnehmer. Trotz hĂ€ufiger Bevorzugung jĂŒngerer Bewerber biete die Generation Ă60 wertvolle Erfahrung und LoyalitĂ€t. Ein kompetenzorientiertes BGM mĂŒsse altersdiverse Teams berĂŒcksichtigen.
Die Betriebskrankenkassen erweitern ihre Leistungen: Seit dem 1. Juli umfasst das Vorsorgeprogramm âStarke Kids by BKKâ ein Screening auf peripartale Depressionen. FrĂŒherkennung soll den Zugang zu spezialisierten Beratungs- und Behandlungsangeboten verbessern.
Private Absicherung als Bindungsinstrument
Der FachkrĂ€ftemangel im Betrieblichen Gesundheitsmanagement ist akut â ĂŒber 4.200 offene Stellen allein in Stuttgart signalisieren: Unternehmen suchen hĂ€nderingend BGM-Experten. Wer jetzt in Qualifizierung investiert, sichert sich nicht nur rechtssichere Prozesse, sondern auch einen Wettbewerbsvorteil bei der Mitarbeiterbindung. Dieser Leitfaden liefert einen konkreten 3-Modul-Plan zum BGM-Experten plus Checkliste fĂŒr die Umsetzung der neuen AU-Regeln. BGM-Qualifizierungsleitfaden jetzt sichern
FĂŒr Arbeitgeber gewinnen private Absicherungsmodelle an Bedeutung. Versicherer wie die DEVK bieten betriebliche Krankenversicherungen mit Budgets fĂŒr Zahnbehandlungen, Sehhilfen oder Heilpraktiker. Diese Angebote sollen Mitarbeiter binden und die gesetzliche Vorsorge ergĂ€nzen.
Im Spannungsfeld zwischen staatlicher Regulierung und betrieblicher Eigenvorsorge wĂ€chst die Notwendigkeit fĂŒr Experten, die Gesundheitsprozesse rechtssicher und medizinisch sinnvoll steuern können.
