Kabinett verabschiedet neues zivil-militÀrisches Verteidigungskonzept
05.06.2024 - 14:08:29Das Papier legt fest, welche Verantwortlichkeiten Bundeswehr, Hilfsorganisationen und Zivilschutzbehörden bei Katastrophen und Kriegen haben, wie Innen- und Verteidigungsministerium am Mittwoch in Berlin mitteilten.
Die neuen sogenannten Rahmenrichtlinien fĂŒr die Gesamtverteidigung lösen ein entsprechendes VorlĂ€uferpapier aus dem Jahr 1989 ab. Die Neufassung adressiert nun auch Cyberbedrohungen und hybride KriegsfĂŒhrung, also Angriffe jenseits militĂ€rischer Gewalt. Es geht auch um die verĂ€nderte Rolle Deutschlands innerhalb der Nato: Anders als noch im Kalten Krieg ist Deutschland nicht mehr Frontstaat des BĂŒndnisses, sondern eine Drehscheibe fĂŒr verbĂŒndete StreitkrĂ€fte. Technische Weiterentwicklungen wie Warnsysteme fĂŒr das Handy spielen in dem Konzept ebenfalls eine Rolle.
Es sei nötig, sich stĂ€rker zu wappnen, erklĂ€rte Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD). "Wir haben durch die russische Aggression eine völlig verĂ€nderte Sicherheitslage in Europa - zuallererst bei unseren östlichen EU- und Nato-Partnern wie im Baltikum, aber auch durch hybride Bedrohungen wie Cyberangriffe, Spionage und Desinformation bei uns." Neben den SchutzmaĂnahmen der Sicherheitsbehörden und der militĂ€rischen Abschreckung und Verteidigung mĂŒsse deswegen auch der Zivilschutz weiter gestĂ€rkt werden.
Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) betonte: "Die Gesamtverteidigung Deutschlands ist eine Aufgabe, zu der wir alle unseren Beitrag leisten mĂŒssen, staatliche und zivile Institutionen sowie jeder und jede einzelne von uns. Wir brauchen eine resiliente Gesellschaft, die mit den Herausforderungen umgehen kann."

