Bundesrat, EinwÀnde

Bundesrat hat keine EinwĂ€nde gegen Bundeshilfe fĂŒr Kommunen

11.04.2025 - 12:31:24

Der Bundesrat strĂ€ubt sich nicht gegen finanzielle Hilfen des Bundes fĂŒr hoch verschuldete Kommunen.

Er erhob keine EinwĂ€nde gegen einen Gesetzentwurf der Bundesregierung fĂŒr die dazu nötige Änderung des Grundgesetzes. Dieser sieht vor, dass der Bund einmalig maximal die HĂ€lfte der Altschulden der Kommunen ĂŒbernehmen kann. Da die Finanzausstattung der StĂ€dte und Gemeinden Aufgabe der LĂ€nder ist, muss dafĂŒr das Grundgesetz geĂ€ndert werden.

Niedersachsens MinisterprĂ€sident Stephan Weil (SPD) warb vehement fĂŒr ein Engagement des Bundes. "Der Bund muss Mitverantwortung ĂŒbernehmen", sagte er in der Sitzung der LĂ€nderkammer. "Unsere kommunalen Kassen befinden sich in einer strukturellen Schieflage."

Weil warnt vor Höhepunkt der Krise

Viele StĂ€dte, Kreise und Gemeinden spĂŒrten bis heute die Folgen einer Jahrzehnte zurĂŒckliegenden wirtschaftlichen Krise. "Das wiegt umso schwerer, als wir uns jetzt inmitten einer neuen Krise befinden, die ihren Höhepunkt noch nicht erreicht hat."

Die Ursachen fĂŒr die Verschuldung lĂ€gen unter anderem in den stetig steigenden Sozialkosten, die die Kommunen nicht nennenswert beeinflussen könnten, sagte Weil. Sie lĂ€gen auch in der seit fĂŒnf Jahren stagnierenden oder sogar rĂŒcklĂ€ufigen Wirtschaft.

Der Vorschlag im Koalitionsvertrag von Union und SPD, jĂ€hrlich 250 Millionen Euro fĂŒr Maßnahmen der LĂ€nder zur VerfĂŒgung zu stellen, sei ein guter Anfang, sagte der SPD-Politiker. "Aber ich finde nicht, dass es das letzte Wort sein kann." Es mĂŒssten die Voraussetzungen fĂŒr "echte Entschuldungen" geschaffen werden. Man dĂŒrfe StĂ€dte, Kreise und Gemeinden nicht in eine Situation hineinbringen, "aus dem sie nach menschlichem Ermessen so nicht mehr herauskommen werden".

Mit dem Gesetzentwurf der Bundesregierung hatte sich der alte Bundestag noch nicht befasst. Er kann jetzt dem neuen Bundestag zur Beratung zugeleitet werden. Es ist jedoch fraglich, ob die nur noch geschĂ€ftsfĂŒhrende Bundesregierung dies machen wird.

@ dpa.de