Studie: InnovationstÀtigkeit im Mittelstand stagniert
21.02.2024 - 11:48:16In den Jahren 2020 bis 2022 brachten vier von zehn kleinen und mittleren Unternehmen mindestens eine Innovation hervor, wie aus einer Untersuchung der staatlichen Förderbank KfW hervorgeht. Das waren rund 1,5 Millionen der insgesamt etwa 3,8 Millionen MittelstĂ€ndler. Die Quote der innovativen Firmen blieb mit 40 Prozent gegenĂŒber der Vorperiode 2019-2021 unverĂ€ndert.
"Eine besondere Bedeutung kommt der Linderung des FachkrĂ€ftemangels fĂŒr die InnovationstĂ€tigkeit zu", sagte KfW-Chefvolkswirtin Fritzi Köhler-Geib am Mittwoch. Hinzu kam im Auswertungszeitraum ein Sonderfaktor: WĂ€hrend der Corona-Jahre wurden den Angaben zufolge nur wenige neue Ideen entwickelt. Entscheidungen ĂŒber Innovationen wurden verschoben.
Der Studie zufolge bremsen vor allem hohe Kosten fĂŒr Innovationen und der Mangel an FachkrĂ€ften Neuerungen bei Produkten, internen Prozessen oder im Marketing. Bei einer KfW-Umfrage 2022 bei insgesamt 5000 MittelstĂ€ndlern gab jedes zweite innovative Unternehmen an, mit Problemen bei der Personalrekrutierung zu rechnen. Vor zehn Jahren lag der Anteil bei 35 Prozent.
Innovativer Unterbau droht wegzubrechen
Köhler-Geib sieht die Entwicklung mit Sorge. Der seit Jahren anhaltende Trend, dass Innovationen im Mittelstand auf niedrigem Niveau verharrten und sich immer stĂ€rker auf eine kleine Gruppe von Unternehmen konzentrierten, sei in mehrfacher Hinsicht problematisch. Die NachzĂŒgler drohten den Anschluss zu verlieren und so auf mittlere und lĂ€ngere Frist ihre WettbewerbsfĂ€higkeit einzubĂŒĂen. "Gesamtwirtschaftlich droht das Wegbrechen des innovativen Unterbaus."
MittelstĂ€ndische Firmen mit einem Umsatz von maximal 500 Millionen Euro jĂ€hrlich gelten als RĂŒckgrat der deutschen Wirtschaft. Deutschland sei immer noch ein innovationsstarkes Land. "Es ist jetzt aber höchste Zeit, die Herausforderung auch mit Blick auf den FachkrĂ€ftemangel beherzt anzugehen", sagte die Expertin.
Besonders groĂ ist der Anteil innovativer Firmen mit 71 Prozent bei gröĂeren Unternehmen mit mehr als 50 BeschĂ€ftigten, wie aus einer KfW-Umfrage im FrĂŒhjahr 2023 unter mehr als 11 000 Firmen hervorgeht. Ein wichtiger Grund dafĂŒr ist der hohe Fixkostenanteil bei Innovationen. Kleinunternehmen werden durch die Kosten relativ gesehen stĂ€rker belastet.

