Energie, Immobilien

Bundesregierung lies Heizungsgesetz von Gutachtern vorbereiten

15.07.2023 - 01:06:08

Die Bundesregierung hat den umstrittenen Entwurf zum GebÀudeenergiegesetz (GEG) auch von externen Beratern vorbereiten lassen.

Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage des Fraktionschefs der Linken im Bundestag, Dietmar Bartsch, hervor, ĂŒber die die "Welt am Sonntag" berichtet. Demnach wurde das Institut fĂŒr Energie- und Umweltforschung Heidelberg (Ifeu) im Herbst 2021 mit der "Analyse, Bewertung und Erarbeitung von VorschlĂ€gen zur Fortentwicklung von Anforderungen im GebĂ€ude-Energiegesetz" betraut.

Der Auftrag fĂŒr das Gutachten umfasste drei "Arbeitspakete" mit 19 "Unterarbeitspaketen", fĂŒr die weitere Institute einbezogen wurden. UnterauftrĂ€ge gingen unter anderem an das Öko-Institut, die Deutsche Energieagentur, die Stiftung Umweltenergierecht und Econsult. "Der Festpreis fĂŒr alle Arbeitspakete des Gutachtens inklusive der separat zu beauftragenden optionalen Arbeitspakete betrĂ€gt insgesamt 1.809.695 Euro netto zuzĂŒglich Mehrwertsteuer", teilte Philipp Nimmermann, StaatssekretĂ€r im Bundeswirtschaftsministerium, mit. Bartsch kritisierte das Vorgehen. "Es ist kurios, wie viele externe Dritte auf Steuerzahlerkosten die Bundesregierung bei der Erarbeitung des Heizungsgesetzes beraten haben, und dass dann dieser Murks dabei herauskommen konnte", kommentierte der Linksfraktionschef. Es sei "bemerkenswert, dass von all den Experten niemand den Hinweis gab, zuerst eine kommunale WĂ€rmeplanung durchzufĂŒhren, wie die Linke es bereits Mitte April vorgeschlagen hat". Das Heizgesetz sei "undurchdacht und unseriös", sagte Bartsch. "Dass die Ampel das GEG unverĂ€ndert Anfang September beschließen will, ist ein Affront gegenĂŒber Bundesverfassungsgericht und Bundestag", so der Linken-Politiker. Ifeu-GeschĂ€ftsfĂŒhrer Martin Pehnt wies Bartschs Vorwurf zurĂŒck: Bereits der erste GEG-Entwurf sei auf eine "Verzahnung" mit der kommunalen WĂ€rmeplanung ausgerichtet gewesen, erklĂ€rte Pehnt auf Nachfrage. Das Grundkonzept der zweiten GEG-Novelle habe "eine mögliche kommunale WĂ€rmeplanung immer mitgedacht und ist damit ĂŒber den Koalitionsvertrag hinausgegangen, der eine `stumpfe Einhaltung` von 65 Prozent Erneuerbare Energie fĂŒr jede neu eingebaute Heizungen vorsah". Institute wie das Ifeu hĂ€tten die Politik schon Anfang der 2000er Jahre auf die Notwendigkeit kommunaler WĂ€rmeplanung nach skandinavischem Vorbild hingewiesen, so Pehnt. "Es war ein großes VersĂ€umnis der WĂ€rmepolitik vor 2021, dies nicht aufgegriffen zu haben", sagte der Ifeu-GeschĂ€ftsfĂŒhrer. "Auch im Koalitionsvertrag der Ampel war - offenbar bewusst - noch nicht von einer verpflichtenden, sondern nur von einer flĂ€chendeckenden WĂ€rmeplanung die Rede."

dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

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