Studie: EuropÀische KapitalmÀrkte hinken hinterher
19.11.2024 - 03:30:41Die EU muss aus Sicht des Finanzmarktverbands AFME das Zusammenwachsen ihrer KapitalmĂ€rkte stĂ€rker vorantreiben, um nicht an Boden gegenĂŒber der globalen Konkurrenz zu verlieren. «Die EU-KapitalmĂ€rkte fallen zurĂŒck», schreibt die Vereinigung fĂŒr FinanzmĂ€rkte in Europa (AFME) zu ihrem siebten Bericht zur Kapitalmarktunion, der an diesem Dienstag in BrĂŒssel vorgestellt werden soll.
«Trotz einiger konjunktureller ZuwĂ€chse liegt die EU bei den meisten SchlĂŒsselindikatoren wie Kapitalzugang, globaler Verflechtung und MarktliquiditĂ€t hinter den USA, dem Vereinigten Königreich und China zurĂŒck», warnt die Lobbyvereinigung, die groĂe Banken, Makler, Anwaltskanzleien und Investoren vertritt. «Die KapitalmĂ€rkte der EU bleiben nach wie vor fragmentiert.» Das untergrabe die wirtschaftliche WettbewerbsfĂ€higkeit Europas.
Milliarden-Investitionen ohne privates Kapital nicht zu stemmen
In der EU klaffe eine jĂ€hrliche FinanzierungslĂŒcke von etwa 800 Milliarden Euro, die fĂŒr Ziele in SchlĂŒsselbereichen wie Digitalisierung, Infrastruktur und Nachhaltigkeit benötigt wĂŒrden. Ohne privates Geld ĂŒber die KapitalmĂ€rkte scheine diese Herkulesaufgabe fĂŒr die öffentlichen Haushalte nicht realisierbar. AFME-Chef Adam Farkas forderte Reformen: «Nur ein integrierter und effizienterer Kapitalmarkt kann diejenigen Initiativen finanzieren, die fĂŒr die WettbewerbsfĂ€higkeit der europĂ€ischen Wirtschaft so entscheidend sind.»
An Deutschland bemÀngelt der Finanzmarktverband unter anderem eine geringe Zahl an BörsengÀngen und eine hohe Sparquote der Verbraucher, die gemessen anderen LÀndern vergleichsweise wenig an den KapitalmÀrkten investierten.
BemĂŒhungen in BrĂŒssel stocken seit Jahren
In BrĂŒssel wird seit Jahren an der Kapitalmarktunion gearbeitet, mit der bĂŒrokratische HĂŒrden zwischen den EU-Staaten abgebaut werden sollen. Die EU möchte, dass mehr Kleinanleger an den hiesigen FinanzmĂ€rkten investieren, damit mehr Kapital fĂŒr den grĂŒnen und digitalen Wandel zur VerfĂŒgung steht. Unternehmen sollen mehr Möglichkeiten haben, sich Geld zu beschaffen. Nach Jahren ohne groĂe Fortschritte hatten sich zuletzt die Staats- und Regierungschefs der EU dafĂŒr ausgesprochen, das Projekt stĂ€rker voranzutreiben.
Die AFME warnt, nordeuropĂ€ische LĂ€nder wie Luxemburg und die Niederlande verfĂŒgten ĂŒber einen besseren Zugang zu Finanzmitteln, wĂ€hrend osteuropĂ€ische Staaten hinterherhinkten. Zwar sei die EU fĂŒhrend bei nachhaltigen Finanzierungen wie grĂŒnen Anleihen, doch zuletzt wachse der Bereich nur langsam. Zugleich seien die privaten Investitionen in Finanz-Start-ups gemessen an den USA und GroĂbritannien niedrig.





