Arbeitsmarkt, Lohnunterschied

Lohnunterschied zwischen Ost- und Westdeutschen weiter gewachsen

18.07.2023 - 00:03:59 | dts-nachrichtenagentur.de

Die Lohnunterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland sind im vorigen Jahr weiter gewachsen.

Gartenarbeiter auf einem Blumenbeet - Foto: über dts Nachrichtenagentur
Gartenarbeiter auf einem Blumenbeet - Foto: über dts Nachrichtenagentur

Das geht aus neuen Zahlen des Statistischen Bundesamtes hervor, die die Linksfraktion im Bundestag erfragt hat und über die die Zeitungen des "Redaktionsnetzwerks Deutschland" (Dienstagsausgaben) berichten. Demnach betrug die Differenz der Durchschnittslöhne zwischen Ost und West unter Vollzeitbeschäftigten 2022 13.015 Euro brutto im Jahr: Im Westen lag das Jahresbrutto im Schnitt bei 58.085 Euro, im Osten bei 45.070 Euro.

Aus den Zahlen geht hervor, dass sich die Zunahme der Differenz vor allem aus Sonderzahlungen ergibt, von denen Arbeitnehmer im Westen 2022 stärker profitiert haben. Noch 2021 war die Lohnlücke geringer ausgefallen und lag bei 12.173 Euro zuungunsten der Ostdeutschen. Im Jahr 2020 hatte die Ost-West-Lücke in dieser Statistik noch bei 11.967 Euro gelegen und war damit sogar noch geringer. In der Einzelbetrachtung der Bundesländer zeigt sich zudem, dass der gesamte Osten Deutschlands unter Westniveau rangiert: Kein ostdeutsches Bundesland das Niveau eines westdeutschen Bundeslandes erreicht. Zwischen Mecklenburg-Vorpommern und Hamburg liegen zum Beispiel mehr als 21.000 Euro Lohnlücke. Die Linke sprach von einem "politischen Skandal gegenüber den Ostdeutschen" und zog eine Verbindung zum Erfolg von Rechtspopulisten: "Wenn ostdeutsche Vollzeitbeschäftigte im Schnitt 13.000 Euro im Jahr weniger verdienen als Kollegen in Westdeutschland, dann sollte sich kein Politiker über hohe AfD-Werte wundern", sagte der Ostbeauftragte der Fraktion, Sören Pellmann, dem RND. Pellmann forderte ein gesetzliches Eingreifen der Bundesregierung: "Wir brauchen ein Lohnangleichungsgesetz des Bundes, das mehrere Maßnahmen enthält", sagte er dem RND. "Höhere Tarifbindung und ein Mindestlohn von 14 Euro sind dabei zentral." Er appellierte an den Ostbeauftragten der Bundesregierung, Carsten Schneider (SPD): "Solange diese eklatanten Unterschiede existieren, müssen die Ost-Löhne in der Rente weiterhin umgerechnet werden", forderte Pellmann. "Dass dies zum 1. Januar 2025 entfallen soll, muss der Ostbeauftragte Schneider stoppen."

dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

Wirtschaftsnachrichten lesen ist gut - trading-notes lesen ist besser!

Wirtschaftsnachrichten lesen ist gut - <b>trading-notes</b> lesen ist besser!
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
Für. Immer. Kostenlos.
de | wirtschaft | 63857229 |

Weitere Meldungen

Handwerk fordert Streichung der 1.000-Euro-Prämie Angesichts der scharfen Kritik aus der Wirtschaft fordert der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) die Bundesregierung auf, die Pläne für eine Entlastungsprämie über 1.000 Euro je Arbeitnehmer sofort wieder zu stoppen.Der "Bild-Zeitung" sagte ZDH-Präsident Jörg Dittrich, es wäre gut, "der Staat würde diese unredliche Idee schnellstens wieder einkassieren und durch einen anderen Vorschlag ersetzen". (Politik, 18.04.2026 - 13:44) weiterlesen...

Verdi bezeichnet mögliche Abschaffung von Feiertag als unerhört Verdi-Chef Frank Werneke hat Überlegungen zurückgewiesen, den 1. (Politik, 18.04.2026 - 12:56) weiterlesen...

Regierungssprecher: Abschaffung von Feiertag ist Spekulation Die mögliche Abschaffung eines Feiertags als Beitrag zur Bewältigung der aktuellen Krise ist laut stellvertretendem Regierungssprecher Steffen Meyer "Spekulation". (Politik, 17.04.2026 - 13:56) weiterlesen...

Merz will Entlastungsprämie auch 2027 gelten lassen Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) will den Arbeitgebern nun offenbar ein Jahr mehr Zeit geben, die geplante "Entlastungsprämie" in Höhe von 1.000 Euro ihren Arbeitnehmern steuer- und abgabenfrei zukommen zu lassen."Die 1.000 Euro sind ein Angebot an Arbeitgeber und Arbeitnehmer, dieses Angebot soll für das Jahr 2026 und auch für das Jahr 2027 gelten", sagte Merz am Donnerstag am Rande des Besuchs des irischen Regierungschefs. (Politik, 16.04.2026 - 20:56) weiterlesen...

Regierung schließt längere Frist für Entlastungsprämie nicht aus Die Bundesregierung schließt es nicht aus, dass Arbeitgeber mehr Zeit bekommen werden, die geplante steuer- und abgabenfreie Entlastungsprämie von bis zu 1.000 Euro an ihre Beschäftigten auszuzahlen.Der Gesetzesvorschlag orientiere sich an der Inflationsausgleichsprämie, sagte ein Sprecher des Bundesfinanzministeriums am Mittwoch der dts Nachrichtenagentur. (Politik, 15.04.2026 - 13:46) weiterlesen...

Landkreistag warnt vor Milliardenkosten durch Entlastungsprämie In der Debatte um die abgabenfreie Entlastungsprämie in Höhe von 1.000 Euro sieht der Deutsche Landkreistag Schwierigkeiten bei der Umsetzung der von der Bundesregierung am Montag präsentierten Regelung."Der Bund hat hier eine Entlastung ins Schaufenster gestellt, die Rechnung aber ohne die Arbeitgeber gemacht", sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Landkreistags, Kay Ruge, den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. (Politik, 15.04.2026 - 08:08) weiterlesen...