Steuern, Arbeitsmarkt

WZB-Präsidentin besorgt über sinkende Geburtenzahlen

12.08.2023 - 08:24:46 | dts-nachrichtenagentur.de

Die Soziologin Jutta Allmendinger blickt besorgt auf die jüngst wieder sinkenden Geburtenzahlen in Deutschland.

Jutta Allmendinger (Archiv) - Foto: ?ber dts Nachrichtenagentur
Jutta Allmendinger (Archiv) - Foto: ?ber dts Nachrichtenagentur

"Viele Mütter fühlen sich mit den Kindern total alleingelassen", sagte die Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin der "Süddeutschen Zeitung". Väter zögen bei der Gleichstellung oft nicht mit.

"Vorbehalte gegen Kinder resultieren oft aus der berechtigten Sorge von Frauen, als Mutter den Großteil der Kosten zu tragen: schlechtere Karriereaussichten, ein niedrigeres Lebenseinkommen und geringere Rentenansprüche." Nur wenn auch die unbezahlte Arbeit zwischen Männern und Frauen aufgeteilt werde, könnten beide Kinder und Beruf verbinden. Allmendinger fordert tiefgreifende Steuer- und Sozialreformen: "Das Ehegattensplitting setzt den falschen Anreiz, nicht oder nur in geringem Maße berufstätig zu sein." Das Splitting bremse wie Minijobs oder die Witwenrente Frauen dabei, eine eigene Karriere zu verfolgen. "Es ist kein Zufall, dass Frauen in Deutschland viel häufiger in Teilzeit arbeiten als in anderen Ländern. Im Alter oder nach einer Scheidung stehen sie dann finanziell oft sehr schlecht da." Wenig berufstätig zu sein, erweise sich für viele als "Armutsfalle". Allmendinger schlägt eine Individualbesteuerung mit einem übertragbaren Grundfreibetrag vor, zusätzlich höhere Freibeträge für Kinder. Thorsten Frei, Parlamentarischer Geschäftsführer der Unionsfraktion, verteidigt Regelungen wie das Ehegattensplitting: Eine Abschaffung "wäre eine gigantische Steuererhöhung gerade für Familien mit mittleren Einkommen, also das völlig falsche Signal", sagte er. Die Ehe genieße in der Verfassung einen besonderen Schutz. Mit ihr gingen nicht nur Rechte, sondern auch Verantwortlichkeiten einher, etwa die Unterhaltspflicht. "Wenn Ehepartner den Staat entlasten, sollte das auch steuerlich berücksichtigt werden", so Frei.

dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

Wirtschaftsnachrichten lesen ist gut - trading-notes lesen ist besser!

Wirtschaftsnachrichten lesen ist gut - <b>trading-notes</b> lesen ist besser!
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
Für. Immer. Kostenlos.
de | wirtschaft | 63898368 |

Weitere Meldungen

Städte- und Gemeindebund fordert mehr Pragmatismus von Regierung Angesichts des schwindenden Vertrauens der Bevölkerung in die Bundesregierung fordert der Deutsche Städte- und Gemeindebund von der schwarz-roten Koalition mehr Pragmatismus und eine bessere Kommunikation.Die Bürger erwarteten, dass das Land handlungsfähig sei und sich die Dinge zum Besseren verändern, sagte Hauptgeschäftsführer André Berghegger den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. (Politik, 14.05.2026 - 01:00) weiterlesen...

Handwerkspräsident fordert Reformen von der Regierung Handwerkspräsident Jörg Dittrich hat die Bundesregierung aufgefordert, schnell Entscheidungen zu treffen. (Politik, 14.05.2026 - 01:00) weiterlesen...

Rehlinger fordert höhere Belastungen für Spitzenverdiener. "Entlastungen sind weiterhin notwendig, das sieht jeder an der Tankstelle und im Supermarkt", sagte Rehlinger der "Rheinischen Post" (Donnerstagsausgabe). Die Ministerpräsidentin des Saarlandes, Anke Rehlinger (SPD), fordert von der schwarz-roten Bundesregierung eine Steuerreform mit höheren Belastungen für Spitzenverdiener und Erben. (Politik, 14.05.2026 - 00:00) weiterlesen...

Grüne fordern höheren Spitzensteuersatz Die Grünen haben in der Debatte um eine Steuerreform die Anhebung des Spitzensteuersatzes auf 45 Prozent ab zu versteuernden Jahreseinkommen von 120.000 Euro vorgeschlagen. (Politik, 14.05.2026 - 00:00) weiterlesen...

Linke fordert XXL-Konjunkturprogramm Linken-Chefin Ines Schwerdtner, verlangt zur Modernisierung der deutschen Wirtschaft ein massives Konjunkturprogramm. (Politik, 13.05.2026 - 16:03) weiterlesen...

SPD sieht Regierung nach Koalitionsausschuss wieder auf Kurs SPD-Parlamentsgeschäftsführer Dirk Wiese sieht die Regierungsparteien nach dem Koalitionsausschuss wieder auf einem gemeinsamen Kurs. (Politik, 13.05.2026 - 14:21) weiterlesen...