Union fordert höhere Eigenbeteiligung der Krankenversicherten
13.08.2023 - 00:04:01"Wir mĂŒssen die weit verbreitete Flatrate-MentalitĂ€t in der gesetzlichen Krankenversicherung beenden", sagte der gesundheitspolitische Sprecher der Unions-Bundestagsfraktion, Tino Sorge (CDU), dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland" (Sonntagausgaben). "Viele denken, ich zahle doch BeitrĂ€ge, also steht mir alles in beliebiger Höhe zu", beklagte er.
"Niemand will wichtige Leistungen zusammenstreichen, aber wir brauchen mehr Eigenbeteiligung und -verantwortung, mehr KostensensibilitĂ€t, mehr Steuerung und mehr FlexibilitĂ€t", sagte Sorge. Der demografische Wandel setze die Gesundheitsversorgung unter massiven Druck. "Das System lebt zunehmend ĂŒber seine VerhĂ€ltnisse", argumentierte der Gesundheitsexperte. Konkret fordert Sorge unter anderem ein "Lotsenmodell", bei dem Versicherte sich verpflichten, vor einer neuen Behandlung immer erst zum Hausarzt zu gehen und sich von dort bei Bedarf zum Facharzt ĂŒberweisen zu lassen. DafĂŒr soll es dann einen gewissen Bonus geben. Der CDU-Politiker plĂ€diert zudem fĂŒr Tarife mit einem bestimmten Eigenanteil, die im Gegenzug reduzierte BeitragssĂ€tze haben. Möglich sei auch, einen Eigenanteil erst bei einer ĂŒbermĂ€Ăigen Inanspruchnahme von Ă€rztlichen Leistungen zu erheben, wobei dann Chroniker oder HĂ€rtefĂ€lle ausgenommen werden sollten, sagt der CDU-Politiker. FĂŒr die gesetzliche Krankenversicherung war im laufenden Jahr mit einem Defizit von rund 17 Milliarden Euro gerechnet worden. FĂŒr 2024 erwarten die Krankenkassen ein Minus von bis zu sieben Milliarden Euro.
dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH


