Studie: Deutsche Autokonzerne mit DĂ€mpfer zu Jahresbeginn
12.06.2024 - 04:48:29 | dpa.de
Zu Jahresbeginn mussten die deutschen Autohersteller einer Analyse zufolge im internationalen Vergleich einen DĂ€mpfer hinnehmen. «Mit einem Umsatzminus von 1,7 Prozent und einem Gewinneinbruch um ein Viertel entwickelten sich die drei deutschen Autokonzerne insgesamt deutlich schlechter als die Mehrheit ihrer Wettbewerber», teilte die PrĂŒfungs- und Beratungsgesellschaft EY mit.
Zusammengenommen machten Volkswagen, BMW und Mercedes-Benz einen Umsatz von rund 148 Milliarden Euro. Das war demnach immer noch der zweithöchste Wert in einem ersten Quartal seit die Studie erstellt wird. FĂŒr die Analyse hat EY die Finanzkennzahlen der 16 weltweit gröĂten Autohersteller ausgewertet. Die Erhebung gibt es seit 2011.
Gemessen am Vorjahreszeitraum stieg der Umsatz aller Konzerne im ersten Quartal um 3,9 Prozent auf rund 493 Milliarden Euro. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) lag bei rund 33,8 Milliarden Euro - und damit 0,7 Prozent höher als ein Jahr zuvor. Mit einem Gewinnplus rund 87 Prozent und einem Umsatzwachstum von 17 Prozent trumpften insbesondere die Autobauer aus Japan auf: Das lag am andauernden Wertverfall des Yen, der japanische Produkte im Ausland billiger macht und zu Wechselkursgewinnen fĂŒhrt.
Kia ist profitabelster Autokonzern zu Jahresbeginn
Die ProfitabilitĂ€t sank leicht: Die durchschnittliche Ebit-Marge, die den operativen Gewinn ins VerhĂ€ltnis zum Umsatz setzt, lag bei 7,4 Prozent. Mit 13,1 Prozent profitabelster Autokonzern war Kia. Die SĂŒdkoreaner fĂŒhren die Rangliste vor BMW (11,1 Prozent) und Mercedes (10,8 Prozent) an. Letzterer war im Gesamtjahr 2023 noch der profitabelste Konzern gewesen, vor Stellantis. Die Opel-Mutter machte im ersten Jahr keine Angaben zum Gewinn. Die Marge des E-Auto-Herstellers Tesla sackte im Vorjahresvergleich von 11,4 auf 5,5 Prozent ab.
Der Gegenwind fĂŒr die Autobranche nimmt EY-Marktbeobachter Constantin Gall zufolge zu. «Im ersten Quartal war der Neuwagenabsatz der Top-Autokonzerne leicht rĂŒcklĂ€ufig, die Nachfrage reicht bei weitem nicht an das Vor-Pandemie-Niveau heran», teilte er mit. Von Januar bis MĂ€rz verkauften die Hersteller rund 15,5 Millionen Autos und damit rund drei Millionen Fahrzeuge weniger als im ersten Quartal 2019.
EY-Experte: Keine schnelle Erholung in Sicht
Eine schnelle Erholung ist Gall zufolge derzeit nicht absehbar: Die Konjunktur schwĂ€chele, die geopolitischen Spannungen und Kriege sorgten fĂŒr groĂe Verunsicherung in vielen Regionen. «ZusĂ€tzlich bremst die unklare Entwicklung der E-MobilitĂ€t: Sowohl in Europa als auch in den USA entwickeln sich die VerkĂ€ufe von Elektroautos enttĂ€uschend», teilte er mit. Die Frage, welche Technologien sich durchsetzen werden, erscheine wieder relativ offen, sodass die Branche parallel in mehrere Antriebsarten investieren mĂŒsse.
DarĂŒber hinaus entwickle sich der chinesische Automarkt zumindest fĂŒr westliche Hersteller schwierig. «Einheimische Anbieter gewinnen Marktanteile, vor allem im Elektrosegment. Der VerdrĂ€ngungswettbewerb ist brutal», teilte Gall mit. WĂ€hrend die Autokonzerne ihren Pkw-Absatz in Europa um drei Prozent erhöhten und in den USA sogar um knapp sechs Prozent, verzeichneten sie in China ein Minus von zwei Prozent. Immerhin: Die deutschen Hersteller verbuchten in China ein leichtes Plus. Im ersten Quartal entfielen 33,2 Prozent ihres globalen Neuwagenabsatzes auf das Land.
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