DMA: EU zwingt Google zur Öffnung von Android für KI-Konkurrenten
Veröffentlicht: 17.07.2026 um 01:26 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Die EU-Kommission hat am Mittwoch verbindliche Auflagen gegen Google erlassen, um den Wettbewerb bei Künstlicher Intelligenz zu stärken. Auf Basis des Digital Markets Act (DMA) muss der Konzern sein Betriebssystem Android für alternative KI-Dienste öffnen und anonymisierte Suchdaten mit Wettbewerbern teilen. Das betrifft Anbieter wie OpenAI mit ChatGPT, Anthropic mit Claude oder Mistral.
Gleichberechtigter Zugriff auf Android-Systemfunktionen
Die neuen Vorgaben zwingen Google, konkurrierenden KI-Assistenten dieselben Zugriffsrechte einzuräumen wie dem hauseigenen Dienst Gemini. Insgesamt elf spezifische Android-Funktionen müssen für Drittanbieter zugänglich werden – darunter die Aktivierung per Sprachbefehl analog zu „Hey Google“.
Die Umsetzung soll mit Android 18 greifen. Nutzer können dann ihren bevorzugten KI-Assistenten als Standard festlegen. Die EU-Kommission will sicherstellen, dass alternative Dienste nicht nur als einfache Apps funktionieren, sondern kontextbezogene Systeminformationen nutzen können.
Verpflichtung zur Teilung von Suchdaten ab 2027
Neben der Öffnung des Betriebssystems muss Google auch seine wertvollen Suchdaten freigeben. Ab Januar 2027 ist das Unternehmen verpflichtet, Informationen über Suchanfragen, Klickpfade und Rankings in anonymisierter Form an Drittanbieter weiterzugeben. Das betrifft auch KI-Entwickler, die diese Daten zur Verbesserung ihrer Chatbots mit Suchfunktionen benötigen.
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Der Zugang erfolgt über Schnittstellen (APIs) zu fairen, vernünftigen und nicht-diskriminierenden Bedingungen (FRAND). EU-Digitalkommissarin Henna Virkkunen erwartet, dass dadurch neue Alternativen zur Google-Suche und zum KI-Dienst Gemini entstehen.
Umsetzungsfristen und drohende Sanktionen
Die Fristen sind klar definiert: Der Austausch der Suchdaten startet Anfang 2027, die technische Öffnung von Android muss bis Juli 2027 erfolgen. Für die vollständige Bereitstellung der elf Systemfunktionen in Android 18 gilt der 1. August 2027 als Stichtag.
Bei Verstößen drohen massive Strafen. Der DMA sieht Bußgelder von bis zu zehn Prozent des weltweiten Jahresumsatzes vor. Bereits in der kommenden Woche könnten weitere Entscheidungen in laufenden DMA-Verfahren gegen Google anstehen.
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Google warnt vor Sicherheitsrisiken
Der Konzern kritisierte die Entscheidung umgehend. Google warnt davor, dass die erzwungene Öffnung des Systems und die Datenweitergabe die Privatsphäre der Nutzer gefährden und die Cybersicherheit untergraben könnten. Man befürchte neue Einfallstore für Sicherheitslücken durch fremde Software auf Systemebene.
Google behält sich rechtliche Schritte vor. EU-Vertreter verweisen darauf, dass der Konzern weiterhin die Cybersicherheit von Drittanbieter-Diensten prüfen darf – solange das den Wettbewerb nicht unverhältnismäßig behindert. Wettbewerbskommissarin Teresa Ribera unterstrich: Die Maßnahmen sollen Verbrauchern in Europa eine breitere Auswahl ermöglichen.
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