Trump will Minister ohne Senats-Votum einsetzen
11.11.2024 - 07:05:01Trump will dafĂŒr auf eine Ausnahme-Regelung zurĂŒckgreifen, die es US-Staatschefs erlaubt, Kabinettsmitglieder wĂ€hrend mindestens zehntĂ€giger Sitzungspausen des Senats zeitweise zu berufen. Sie können dann monatelang im Amt bleiben.
Jeder Senator der Republikaner, der MehrheitsfĂŒhrer in der Kongresskammer werden wolle, mĂŒsse dem zustimmen, schrieb Trump am Sonntag (Ortszeit) auf der Online-Plattform X. Mehrere aussichtsreiche Kandidaten fĂŒr den Posten erklĂ€rten sich schnell dazu bereit.
Bei der Besetzung von Kabinettsposten in den USA ist grundsĂ€tzlich die Zustimmung des Senats notwendig. Davor mĂŒssen die vom PrĂ€sidenten vorgeschlagenen Kandidaten durch die SenatsausschĂŒsse.
Der Staatschef hat zugleich aber das Recht, vorlĂ€ufig Minister wĂ€hrend Sitzungspausen des Senats einzusetzen. Das soll die HandlungsfĂ€higkeit der Regierung gewĂ€hrleisten. Die so ernannten Minister mĂŒssen dann bis Ende der Sitzungsperiode vom Senat bestĂ€tigt werden, um weiter im Amt zu bleiben. In der Praxis können sie damit unter UmstĂ€nden bis zu knapp zwei Jahre den Posten halten.
US-PrĂ€sidenten gingen bisher nur selten diesen Weg - und um solche Ernennungen gab es schon in der Vergangenheit Streit. So fĂŒhrte eine rechtliche Auseinandersetzung um die Besetzung eines Postens durch PrĂ€sident Barack Obama im Jahr 2012 dazu, dass das Oberste Gericht der USA die MindestlĂ€nge der Senats-Pausen fĂŒr solche Ernennungen auf zehn Tage festsetzte. Seitdem hĂ€lt der Senat in Sitzungspausen routinemĂ€Ăig sogenannte Pro-Forma-Treffen ab, die den PrĂ€sidenten davon abhalten, im Alleingang Posten zu besetzen.
Die Republikaner sicherten sich bei der Wahl am Dienstag bereits eine Mehrheit im Senat mit mindestens 53 der 100 Sitze. Bei einem Sitz ist noch offen, wer gewinnt. Die Demokraten könnten aber auch in der Minderheit das Ernennungsverfahren in den zustĂ€ndigen AusschĂŒssen verzögern.
Trump schrieb, die Kabinettsposten mĂŒssten so schnell wie möglich besetzt werden. Und dafĂŒr seien auch die sogenannten Recess Appointments in den Sitzungspausen notwendig. Senator Rick Scott aus Florida, der als aussichtsreichster Kandidat fĂŒr das Amt des MehrheitsfĂŒhrers im Senat gilt, schrieb umgehend, er stimme dem zu 100 Prozent zu. Auch die weiteren Bewerber John Thune und John Cornyn zeigten sich offen dafĂŒr. Damit Trumps Plan aufgeht, mĂŒsste die republikanische Mehrheit im Senat eine Sitzungspause von mehr als zehn Tagen ohne zwischenzeitliche Treffen beschlieĂen.

