E-Rechnungen: XML-Format ab 2027 Pflicht für alle Unternehmen
Veröffentlicht: 09.07.2026 um 03:19 Uhr, Redaktion boerse-global.de
DATEV kündigt das Ende des Programms Mittelstand Faktura zum 31. Dezember 2026 an. Gleichzeitig verschärft das Bundesfinanzministerium die Anforderungen an E-Rechnungen. Viele Betriebe sind darauf nicht vorbereitet.
Als offiziellen Nachfolger positioniert DATEV das Cloud-Produkt Auftragswesen next. Es kostet monatlich 22 Euro. Branchenberichte zeigen jedoch: Die neue Lösung hat noch Lücken. Fehler gibt es etwa bei der Lagerverwaltung und der Erstellung von Abschlagsrechnungen.
Alternativen am Markt
Der Druck auf den Mittelstand wächst. Deshalb rücken andere Anbieter in den Fokus. Lexware Office gibt es ab 7,90 Euro pro Monat, sevdesk ab 13,90 Euro und FastBill ab 9 Euro.
Auch spezialisierte Anbieter wie Payhawk mischen mit. Das Unternehmen meldete im Juli 2026 einen jährlich wiederkehrenden Umsatz von über 100 Millionen US-Dollar. Ihre Systeme fürs Ausgabenmanagement lassen sich in DATEV- oder SAP-Strukturen integrieren. KI-gestützte Belegverwaltung und automatisierte Budgetkontrollen sollen den Umstieg erleichtern.
Strengere Regeln für E-Rechnungen
Der Softwarewechsel kommt zur Unzeit. Das Bundesfinanzministerium hat im März 2026 klargestellt: Für rechtskonforme E-Rechnungen ist künftig ein strukturiertes XML-Format Pflicht. Ein einfaches PDF reicht nicht mehr aus. Auch alle rechnungsbegleitenden Dokumente müssen direkt im Datensatz stecken.
Die neuen gesetzlichen Vorgaben für E-Rechnungen und das Wachstumschancengesetz stellen viele Betriebe vor große Herausforderungen. In diesem kostenlosen Spezial-Report erfahren Sie, welche 17 konkreten Chancen die Neuregelungen bieten und wie Sie Ihr Unternehmen rechtssicher aufstellen. 17 versteckte Vorteile im Wachstumschancengesetz jetzt entdecken
Die Einführung erfolgt stufenweise. Ab 2027 gilt die Ausstellungspflicht für Unternehmen mit über 800.000 Euro Umsatz. Ab 2028 betrifft sie alle B2B-Geschäftsbeziehungen. Verstöße gegen die Formatvorgaben gefährden den Vorsteuerabzug oder führen zu Sanktionen.
Große Lücken im Mittelstand
Trotz der feststehenden Fristen sind die meisten Betriebe schlecht vorbereitet. Eine Umfrage der RSM Ebner Stolz unter 870 Teilnehmern zeigt: Nur zehn Prozent der Unternehmen haben bereits eine voll funktionsfähige E-Rechnungslösung. Rund 35 Prozent stecken in der Implementierungsphase. 15 Prozent haben noch gar keine konkreten Pläne.
Besonders bei grenzüberschreitenden Geschäften herrscht Unsicherheit. Knapp ein Drittel der Befragten kann die Anforderungen an E-Rechnungen im Ausland nicht sicher einschätzen. Experten raten Handwerksbetrieben und Mittelständlern, die Zeit bis Ende 2026 intensiv zu nutzen.
Wer die Digitalisierung seiner Buchhaltung jetzt angeht, sollte auch die korrekte Übermittlung an die Finanzbehörden im Blick behalten. Dieser Gratis-Ratgeber zeigt Ihnen, wie Sie das Portal MeinElster effizient nutzen, um Anträge und Erklärungen künftig schneller und fehlerfrei abzuwickeln. Kostenloses MeinElster E-Book für schnellere Steuerprozesse sichern
Rechtliche Fallstricke bei Anzahlungen
Auch die Rechtsprechung konkretisiert sich. Der Bundesfinanzhof entschied Ende 2025: Der Vorsteuerabzug aus Anzahlungsrechnungen bleibt unter bestimmten Bedingungen zulässig – selbst wenn eine Lieferung wegen Betrugs ausbleibt. Voraussetzung: Für den Leistenden gab es zum Zeitpunkt der Zahlung keine erkennbaren Anhaltspunkte für Unregelmäßigkeiten.
Für Unternehmen bedeutet das: Moderne Software muss nicht nur XML-Standards beherrschen. Sie sollte auch komplexe Buchungsvorgänge wie Anzahlungen rechtssicher abbilden. Branchenlösungen für Architekten oder Ingenieure unterstützen bereits Formate wie ZUGFeRD mit eingebetteten Anlagen. Der Übergang in die neue Regulierungswelt ab 2027 kann kommen.
Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.
