Kanadas Premier Carney entschuldigt sich bei Trump
01.11.2025 - 11:39:07Kanadas Premierminister Mark Carney hat sich bei Donald Trump fĂŒr den Anti-Zoll-Werbeclip der Provinz Ontario entschuldigt, der den US-PrĂ€sidenten erbost hatte. «Ich habe mich bei Donald Trump direkt entschuldigt», sagte Carney vor Journalisten auf eine Nachfrage. «Der US-PrĂ€sident hatte sich durch den Werbespot beleidigt gefĂŒhlt».Â
Der TV-Werbefilm der kanadischen Provinz Ontario hatte fĂŒr groĂe Verstimmung bei Trump gesorgt, weil dieser damit seine Zollpolitik kritisiert sah. Der US-PrĂ€sident brach daraufhin HandelsgesprĂ€che mit dem Nachbarland ab.
Er als Premierminister sei fĂŒr die Beziehungen zu den USA verantwortlich und habe sich deshalb entschuldigt, auch wenn der Werbefilm nicht von ihm in Auftrag gegeben worden sei, so Carney weiter. Auch verschiedene Medien hatten berichtet, Trump habe Journalisten an Bord der Regierungsmaschine Air Force One von Carneys persönlicher Entschuldigung erzĂ€hlt, die wohl am Rande der diversen Gipfeltreffen in Asien stattfand. Auf die Frage, ob Trump jetzt wieder HandelsgesprĂ€che mit Kanada aufnehme, habe er aber entschieden mit «Nein» geantwortet, berichtet etwa die kanadische Zeitung «Toronto Star».Â
Trump verhĂ€ngte aus Ărger ĂŒber Clip zusĂ€tzliche Zölle
In dem Werbeclip war die Stimme des frĂŒheren US-PrĂ€sidenten Ronald Reagan zu hören, der sich zu den Nachteilen von Zöllen Ă€uĂert. Trump nutzt seit Beginn seiner zweiten Amtszeit das Instrument der Zölle sehr hĂ€ufig und weltweit gegen zahlreiche Staaten. Der US-PrĂ€sident hielt den Kanadiern eine irrefĂŒhrende Werbekampagne vor, die Aussagen Reagans seien selektiv genutzt und irrefĂŒhrend eingebettet worden.
Nach Trumps Abbruch der HandelsgesprĂ€che mit dem Nachbarland hatte der Premierminister von Ontario, Doug Ford, vergangene Woche angekĂŒndigt, den Werbeclip zu pausieren. So könnten die HandelsgesprĂ€che wieder aufgenommen werden, sagte Ford. Man habe das Ziel erreicht, ein US-Publikum auf die Folgen von Zöllen fĂŒr Arbeitnehmer und Firmen aufmerksam zu machen und eine Diskussion anzustoĂen. Trump aber ging der Ausstrahlungsstopp nicht schnell genug - er kĂŒndigte prompt zusĂ€tzliche Zölle gegen Kanada in Höhe von zehn Prozent an.Â
Zuvor waren im August Zölle der USA in Höhe von 35 Prozent auf viele Importe aus Kanada in Kraft getreten. Trump begrĂŒndete den Schritt mit der Behauptung, dass Kanada zu wenig gegen Drogenhandel unternehme und Rauschgift ĂŒber die Grenze in die USA gelange.


