BGH: Maple-Banker mĂŒssen 20 Millionen Euro zurĂŒckzahlen
04.12.2024 - 13:29:22Im Cum-Ex-Steuerskandal mĂŒssen vier ehemalige Manager der Maple Bank nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs insgesamt rund 20 Millionen Euro aus TatertrĂ€gen zurĂŒckzahlen. Deutschlands oberstes Strafgericht ordnete damit fast doppelt so hohe Zahlungen an als in einem frĂŒheren Urteil das Landgericht Frankfurt.
Das Landgericht hatte im November 2022 lange Haftstrafen gegen drei frĂŒhere Maple-Banker sowie eine BewĂ€hrungsstrafe verhĂ€ngt, darunter gegen den frĂŒheren Deutschland-Chef des inzwischen insolventen Instituts. In Summe wurde zudem die Einziehung von TatertrĂ€gen in Höhe von mehr als 10 Millionen Euro aus dem Vermögen der Banker angeordnet.Â
Die Generalstaatsanwaltschaft forderte eine andere Berechnung der TatertrÀge und legte Revision am BGH ein - und bekam nun Recht. Eine BGH-Sprecherin bestÀtigte das Urteil, zuvor hatten mehrere Medien berichtet. Der BGH entschied, dass alle TatertrÀge brutto einzuziehen sind, also bereits gezahlte Einkommensteuern nicht abgezogen werden können. Bei einem Spitzensteuersatz von 45 Prozent verdoppeln sich damit die einzuziehenden TatertrÀge fast, wie die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt erklÀrte.
Weitreichende Folgen - mehr als 1.700 Cum-Ex-Beschuldigte
Die Entscheidung der BGH-Richter hat nicht nur Folgen fĂŒr den Fall der Maple Bank, die laut der Anklagebehörde mit illegalen Cum-Ex-Aktiendeals einen Steuerschaden von gut 388 Millionen Euro verursacht hatte. Das Urteil aus Karlsruhe habe auch groĂe Bedeutung fĂŒr weitere Cum-Ex-Verfahren, da nun eine höhere Einziehung von TatertrĂ€gen möglich sei, so die Generalstaatsanwaltschaft.Â
Aktuell wird demnach alleine bei der Frankfurter Anklagebehörde in 13 Verfahrenskomplexen mit 60 Beschuldigten ermittelt. Bisher wurden am Landgericht Frankfurt und Wiesbaden zehn Angeklagte verurteilt, darunter der Steueranwalt Hanno Berger und ein frĂŒherer Spitzenjurist der Kanzlei Freshfields Bruckhaus Deringer. Als fĂŒhrend bei Cum-Ex-Verfahren gilt die Staatsanwaltschaft Köln. Dem Verein BĂŒrgerbewegung Finanzwende zufolge wird im Cum-Ex-Skandal gegen mehr als 1.700 Beschuldigte ermittelt.Â
Mit Cum-Ex-Aktiendeals rund um den Dividendenstichtag prellten Banken und Investoren den deutschen Staat geschĂ€tzt um mindestens zehn Milliarden Euro. Sie veranstalteten mit den GeschĂ€ften ein Verwirrspiel, am Ende erstatteten FinanzĂ€mter nicht gezahlte Steuern. 2012 wurde die GesetzeslĂŒcke geschlossen. 2021 entschied der BGH, dass Cum-Ex-GeschĂ€fte als Steuerhinterziehung zu werten sind.





